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Das hammer uns verdient!
August 31, 2012, 1:04 pm
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Ein wichtiges Thema!

Ein wichtiges Thema, nicht von mir erläutert, aber in Hinblick auf das was kommen kann, sehr im Sinne dieses Blogs. Wenn man so will, betreibe ich auf diesem Blog ja nebenbei so etwas wie Verhaltensforschung. Indem ich von anderen Menschen und mir und uns und deren Verhalten in bestimmten Situationen erzähle, möchte ich zumindest ein bisschen in Aussicht stellen, dass sich Menschen nicht nur menschlich, sondern manchmal auch verdammt gut verhalten. Und dass der Umgang mit diesem Verhalten, egal ob gut oder schlecht, nicht zu Fehlreaktionen führen sollte, sondern zu einer besonnenen und über alles erhabenen Gegenaktion.

Gutmenschlich mag man das nennen, humanistisch oder gar töricht. Aber über eines scheinen sich wohl alle, insbesondere die Geschichte der Menschheit, einig zu sein: Frieden wird nicht durch Krieg gewonnen. In Anbetracht des Individuums ist zudem klar, dass wir in einer Zeit der Selbstverwirklichung, der Selbstreflexion und der dazu erforderlichen Harmoniesuche leben. Wie soll in Phasen der Aggression Zeit für erstere zu finden sein, wenn Kopf und Körper unter Stress stehen?

Dauerstress wirkt sich nachweislich bei den meisten Menschen schlecht aus. Ventile müssen her. Aggressionen, Magengeschwüre und so weiter und so fort. Ein Teufelskreis entsteht, der sich über das Netz der Begegnungen auf die Gesellschaft ausbreitet.

Dazu eine kurze Geschichte meines Freundes aus Gambia in Afrika: Er sagte mir neulich, „wenn er hat Stress mit einer Person, er rennt weg. Wenn hier alle gestresst von Arbeit, von Geld, dann du kannst nicht wissen, wie dies Person drauf ist. Vielleicht sagst du deine Meinung und dies Person grad hat kein Geld oder Probleme mit Arbeit oder Frau, dann alles kann passieren. Zuviele Probleme in dies Land.“

Nun zurück zum Thema, bevor ich mich weiter über meinen Blog ausbreite…

Ein gewisser Prof.Dr.Dr. Spitzer, seines Zeichens sehr umstrittener Hirnforscher, behauptet nun, dass technische „Hilfsmittel“, wie Computer, Navigationsgeräte, Smartphones etc., dem Hirn eher schaden, als helfen. Da Herr Spitzer meiner Meinung nach sehr schlüssig und argumentativ und eben größtenteils mit meiner Meinung übereinstimment argumentieren kann, will ich auf das Interview in einer regionalen Tageszeitung hinweisen:

„Hirnforscher Spitzer sagt, was digitale Medien unseren Kindern antun.“

Ich denke, zumindest die Diskussion über Spitzers These sollte das Hirn mehr in Fahrt bringen, als ein Sudoku vor dem Schlafengehen. Ach ja, wer will, darf sich auch gerne weiter über meinen Blog ausbreiten. Ich empfehle mit dem ersten Eintrag zu beginnen…



Urlaub am Meer
Mai 11, 2012, 2:37 am
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Aloha Leute! Heuer habe ich mir, nach harter Arbeit, 5 Tage Urlaub gegönnt. Am Montag gings los. Mein spontaner Entschluss eine Freundin zu besuchen wurde verstärkt durch den Umstand, dass ich, mittlerweile nur noch mit den Öffentlichen unterwegs, für ein paar Tage das Auto eines Freundes „bewachen“ musste. Audi, mehr sag ich nicht… Born 2 be wild, man – wild!

Meine Spritztour in die Unabhängigkeit führte mich hinab ins schöne Allgäu. Ich ließ das Navi aus, notierte mir im Voraus nur die wichtigsten Städte, vergaß natürlich meine Notizen, kämpfte mit der Alarmanlage, verlor beinahe; wunderte mich über das Piepsen beim Rückwärtsfahren, verfuhr mich nur zwei mal um insgesamt 2 Kilometer – jawoll – und genoss meinen Trip über die kurvenreiche Schwäbische Alb, die zwischen mir und dem Allgäu liegt, wie Monika Lewinsky in der Präsidentensuite. Musikalisch untermalt von den Beastie Boys (Album: Check Your Head).

Wir vebrachten einen schönen Abend, an dem wir unser Wiedersehen gebührend feierten. Meine Gastgeberin gehört zu den Frauen mit Charakter, den man nicht versteht, ihn nicht verstehen kann, aber auch gar nicht muss. Man muss nur verstehen, dass sie verstanden werden will und dabei legt sie viel Selbstverständnis an den Tag. Da auch ich zu diesen Menschen gehöre, plauderten wir fast nur über uns und erhielten dadurch sehr intime Einsichten. Ich würde es als eines dieser Gespräche bezeichnen, die man als konstruktiv im Gedächtnis behält. Wären da nicht zwei Flaschen Prosecco, ein Sekt und ein Wein gewesen… Spaß hat es mit Sicherheit gemacht!

Am nächsten Tag verabschiedete sie mich mit dem Tip, den Trip zum Bodensee zu vergolden. Keinen Gedanken verschwendet, brauste ich mit 200 Sachen auf der Autobahn in Richtung Lindau. Lindau liegt in Deutschland und direkt im Anschluss an Bregenz und Bregenz liegt in Österreich. Und beide liegen am östlichen Bodensee. In Lindau angelangt, schlenderte ich zuerst in die Innenstadt und redete ein paar Fremde an, indem ich mir Auskunft über die nächste Bank verschaffte. Ein Audi auf 200 verbraucht viel Sprit.

Dann ging ich ans Bodenseeufer und ließ mich darnieder. Ich zelebrierte meinen Aufenthalt durch das Bewusstsein, Urlaub zu haben. Und natürlich wegen dem See. Ich liebe Wasser. Dazu muss es in größeren Dimensionen vorhanden sein, weshalb mich ein Glas Sprudel nicht umhaut. Aber wenn es bis zum Horizont reicht, wenn es Wellen macht und wenn die Möven am Ufer chillen, dann geht mir einer ab wie Lutzi. Von Zeit zu Zeit brauche ich das. Es weckt das Kind in mir, welches viel zu oft erwachsen sein muss.

Ich saß also am Ufer, rief meiner Mom an und hielt das Telefon zur rauschenden Brandung. An diesem Tag ließ die Brandung so sehr zu wünschen übrig, dass die Frau Mama absolut keinen Dunst hatte, wo ich da war. Überraschungseffekt dahin, aber was soll’s. Ihr Neid über meinen Aufenthaltsort war auf jeden Fall rießig. Danach verbrachte ich noch beinahe zwei Stunden am Wasser. Ich schloss die Augen und hörte das sanfte Pflätschern der Wellen auf den Ufersteinen. Ich roch den Duft von Fischgrund und stellte mir vor, ich wäre am Meer. Absolute Freiheit. Der ich und der Ozean.

Dann bestieg ich mein Stahlgeschoss und fuhr zurück nach Hause. Kaum war ich zuhause, fing der warme Sommerregen an. Das nenne ich Glück, weil Autofahren ohne offene Fenster wie Aufzugfahren ist. Oder Flugzeug fliegen. Trockene Gebläßeluft gegen den frischen Fahrtwind, der meine Halbglatze durcheinander wirbelt wie Heavy Metal. Get your Motor runnin‘!

Zuhause setzte ich meinen Urlaub fort, indem ich mit Freunden die warmen Sommerabende auf der Terrasse genoss, eine Flußkahntour startete und die Strandlatschen bei jedem Schritt über den Boden schleifen lies. Hang Loose, Dude!

Heute Nacht wollte ich ins Bett fallen und schlafen wie ein Stein, aber lautes Gebrüll brachte mich um die Nachtruhe. Einer meiner Nachbarn war wütend auf die Gesellschaft, betrunken und zum Glück trotzdem Gesprächsbereit, als ich mich in Boxershorts und T-Shirt auf ihn zubewegte.

Er wollte reden, das war klar, aber ich musste ihm ausdrücklich zu verstehen geben, dass er sein Maul zu halten hatte, bis ich mit Hosen an, wieder kam. Er hielt sich daran und die andern Nachbarn, die ihr Licht angeschaltet hatten, machten es wieder aus und gingen zurück ins Bett. Wir redeten gut eine Stunde, bis er wieder ruhig war und verstanden hatte, dass er sich im Endeffekt nur zum Affen machte. Motiv hin oder her, sternhagelvoll auf einer Party, aus dem Nichts heraus, andere Gäste zu beleidigen, ist affig.

Ich schloss meine Rede ab mit des Meisters schlauen Worten: „Furcht, Zorn, aggressive Gefühle führen auf die Dunkle Seite der Macht, Dude. Die dunkle Seite.“ (Anm.: grammatikalisch verändert durch den Autor). Mein Urlaub war ein voller Erfolg! Die Kur, die ich brauchte.

Aloha und schlaft gut! Ich sicherlich…



MP3-Spieler???

Vor ein paar Tagen war ich zu Gast in einem großen planetaren Elektro-Discounter, um mit einem Freund Lautsprecher für seinen PC zu kaufen.

Während er die Auswahl begutachtete, machte ich mich auf die Suche nach Abspielgeräten für MP3-Musik. Jetzt sind diese Discounter ja so rießig und verfügen über ein so breites Angebot, dass ich mir den Suchaufwand sparen und einen der kompetenten Verkaufsraummitarbeiter nach dem direkten Weg fragen wollte.

Gesagt getan ging ich zum Erstbesten hin und stellte ihn mit einem freundlichen „Entschuldigung, können Sie mir kurz sagen, wo ich MP3-Spieler finden kann“ zu Rede und Antwort. Der Mann war sofort bereit dazu, mir seine Aufmerksamkeit zu schenken. Jedoch bemerkte ich schon an einem Blick in seine knopfrunden Augen, dass sich bei meiner Anfrage nur ein Vakuum in seinem Kopf bildete.

Also wiederholte ich schnell meine Frage, um peinliche Stille und eventuelle Missverständnisse aus dem Weg zu räumen: „Wo sind denn die MP3-Spieler?“. Weiterhin verdutzt dreinblickend wiederholte er bruchstücksweise meine Anfrage: „MP3-Spieler?“. Woraufhin ich das Niveau unserer Konversation hielt, indem ich sagte: „Ja! MP3-Spieler.“ Sein Blick wurde jedoch keineswegs klarer. Seine Hände wurden feucht und sein Kopf begann, sich hilflos im Verkaufsraum zu orientieren. Ich wiederholte also nochmals das Schlagwort, in der Hoffnung, dass ihm dann die Erinnerung an diese kleinen, mysteriösen Geräte zum Abspielen von MP3-Dateien kommen würde.

Doch von Mal zu Mal schien er ahnungsloser. Was war los? Hatte ich etwa das unheimliche Glück, an einen Mitarbeiter zu geraten, der die letzten zehn Jahre verschlafen und die rasante Entwicklung auf dem Portable-Entertainment-Markt versäumt hatte? Aus reiner Selbstbescheidenheit heraus, begann ich den Fehler bei mir zu suchen. Und siehe da: Was, wenn ich das falsche Vokabular benutzt hatte? Sollte ich besser nach einem „MP3-Player“ fragen?

Also tat ich, wie mir mein Zweifel befahl und wiederholte die ganze Ansage noch einmal, dieses Mal aber, mit der englischen Bezeichnung für MP3-Spieler. Und siehe da, der überforderte Mitarbeiter begann sich zu beruhigen, sammelte sich und gab mir mit gestrecktem Zeigefinger und einem typisch überheblichen Verkäufer-Lächeln die Antwort: „Da hinten, gleich neben den Videokammeras!“.

Ich lies ihm den Triumpf und begab mich zu besagter Stelle, während er sich wieder, wie als wäre nichts geschehen, der stupiden Arbeit des Regaleeinräumens widmete. So lernte ich an diesem Tag im Elektro-Fach-Discounter zwei Dinge: A) Sender und Empfänger bedürfen des gleichen Codes und 2. Englisch sprechen und verstehen sind zweierlei Dinge und last-but-not-least IV. Der Service solcher Discounter ist, wie immer, nett, allumfassend und allwissend, wenn da nur die dumme Kundschaft nicht wäre.



Der betrunkene Bahnbeamte im Wald

Gestern ist mir mal wieder eine dieser Geschichten eingefallen, die mir vor ein paar Jahren passiert ist. Beim Joggen, mitten im Wald, begegnete ich einem volltrunkenen Mann, der anhand seiner Berufskleidung klar als Angestellter der Deutschen Bahn zu identifizieren war.

Ich habe ihn erst von weitem gesehen. Sein Gang war super ausfallend, wodurch er locker das dreifache der normalen Strecke zurücklegte. Rund um mich herum, wie gesagt, nur Wald. Also habe ich mein Lauftempo verringert und vorsichtshalber meine Reaktionsmöglichkeiten durchdacht, je nach dem, wie der Betrunkene drauf ist. Bei denen kann man ja nie wissen, was ich aus eigener Erfahrung mit und als Betrunkener weiß. Als er ungefähr fünf Meter von mir entfernt war, sprach ich ihn an, ob alles bei ihm ok sei. Eine rein rethorische Frage, aber ich denke, es ist so besser, als wie wenn ich ihm sage, dass bei ihm nichts mehr ok ist.

Er hat einen sehr gefassten Eindruck gemacht. Zumindest wusste er, dass er jenseits von Gut und Böse war. Ich fragte ihn, woher er kam und wohin er wollte. Das Woher habe ich nicht wirklich verstanden, weil er keinen Unterschied daraus zu machen schien, wo er wohnte, was sehr weit weg war und wo er sich so sehr die Kante gegeben hatte. Ich erfuhr aber zumindest, dass er im nächsten Dorf seine Frau anrufen wollte, damit sie ihn abholen konnte. Und dass er sich mit zwei Flaschen Wein und aus Frust bei der Arbeit besoffen gemacht hatte. Auf meine Frage, ob ich ihn begleiten sollte, sagte er lallend nein danke.

Ich ließ ihn ziehen, behielt ihn aber noch im Blick. Und tatsächlich, nachdem er stolpernd, schwankend, torkelnd immer wieder nur knapp dem harten Boden entgehen konnte, kam er doch noch seinem eigenen Bein in den Weg und fiel unsanft ins Gestrüpp. Also ging ich zu ihm, half ihm auf und entschied mich ihn bis zum nächsten Dorf zu beleiten. Die Entscheidung war sicherlich die Richtige, auch wenn es angenehmere Begleitpersonen gibt.

Er erzählte mir von seiner Arbeit und das er ständig unter Leistungsdruck stünde. Wohlgemerkt, er ist Bahnmitarbeiter und anscheinend arbeit er an einem Schalter in einem Bahnhof. Aber wer leidet heute denn eigendlich noch nicht unter den unmenschlichen Arbeitsbedingungen? Ob das so ist und warum das so ist (obgleich früher die Arbeitsbedingungen sicherlich härter waren), muss jetzt ungeklärt bleiben. Auf jeden Fall war dies der Grund für sein spontanes Besäufnis im Wald.

Ich musste ihn mit beiden Armen stützen, was sehr anstrengend war. Während ich mit ihm lief, bedankte er sich, entschuldigte er sich, bedauerte er die Situation und bewunderte meinen Einsatz fortwährend und beinahe im Sekundentakt. Einmal sagte er mir, er würde für mich beten wollen. Normalerweise reagiere ich auf so etwas grundsätzlich allergisch. Aber einem Besoffenen klar zu machen, dass er sich seine Religion sonst wo hinstecken könnte, ist nicht unbedingt das Beste.

Als wir dann, nach mehreren kurzen Pausen in dem Dorf und an der Telefonzelle angekommen sind, stellte sich uns das Problem, dass wir zusammen den Telefonaparat bedienen mussten, weil er alleine dazu nicht mehr in der Lage war. Zuerst zog er die falsche Telefonkarte aus dem Geldbeutel (Mitgliedsbonuskarte eines Supermarktes). Dann nuschelte er mir die Telefonnummer so undeutlich zu, dass ich mich prompt mehrmals verwählte. Als ich dann die richtige Nummer gewählt hatte, stellte sich heraus, dass seine Frau, bzw. niemand zu hause waren. Was nun? Gleich neben der Telefonzelle war ein Spielplatz mit einer Bank. Dorthin schleppte ich ihn.

Ich machte ihm klar, dass er es später noch einmal bei sich zuhause versuchen sollte. Ich gab ihm die Telefonkarte so, dass er sie ohne Probleme finden und sie nicht wieder mit einer anderen Karte verwechseln konnte. Dann versicherte ich mich noch seines Zustandes, der meines Erachtens nicht gefährlich war und gab ihm zu verstehen, dass ich jetzt gehen werde. Er war damit einverstanden, ließ mich aber erst gehen, nachdem er mir nochmals ca. 1000 Mal Danke sagte und mich umarmte.