mal sehen


„I Play My Enemies Like A Game Of Chess – No Stress!“

In der Oberstufe bezeichnete mich mein Deutschlehrer als lebendiges Beispiel für „stoische Ruhe“. Was mich relativ wenig bewegte. Ich saß nur da und dachte: „Awa, war das ein Lob oder ein Tadel?“.

Und da geht’s los. Viele Dinge lassen mich einfach relativ kalt. Manche Dinge erregen mich und wenige lassen mich aus der Haut fahren. Wenn mich jemand anbrüllt, geht mir das am Po vorbei…

Es gibt nur wenige Menschen, die mich so treffen, dass ich es an mich heranlasse. Meistens sind das Menschen, denen ich großes Vertrauen entgegenbringe. Grundsätzlich traue ich jedem.

Aber trauen und vertrauen sind für mich zweierlei. Das eine ist wertungsbedingt, das andere gefühlsbedingt. Während ich einschätzen kann, wann ich jemandem trauen kann, ist mein Vertrauen oft völlig blind.

Wenn ich einer Person solche naive Blindheit entgegenbringe, dann hängt für mich sehr viel daran. Dann traue und vertraue ich dieser Person zu 100 Prozent. Werde ich im Trauen enttäuscht, unterliege ich also einer wertungsmäßigen Fehleinschätzung, dann misstraue ich zunehmend.

Meinem Vertrauen tut dies zunächst keinen Abbruch. Auf der Gefühlsseite gebe ich also immernoch 100 Prozent. Trotz erhötem Misstrauen bleibe ich noch ruhig, weil ich emotional nicht berührt bin. Emotional berührt werde ich nur, wenn man mein Vertrauen missbraucht. Erst wenn dann mein Misstrauen in beiderlei Hinsicht zunimmt, fühle ich mich so eingeengt, dass ich auch emotional reagiere.

Und plötzlich kommt wieder mein Bedürfnis nach Ruhe zur Geltung, weshalb ich, um diesen Zustand wiederherzustellen, sehr schnell meine Aggressionen verliere und versuche, mich auf sachlicher Ebene damit auseinander zu setzen. Da ich Ruhe und Harmonie bevorzuge und versuche, eine Lösung des Problems zu finden, kehre ich zur Ruhe zurück und beschäftige mich verbal mit dem Problem.

Das geschieht alles nicht bewusst, weil ich es mir einrede und weil ich es will, sondern vollkommen unterbewusst. Manchmal wünsche ich mir, etwas impulsiver zu sein. Nicht dass ich mit meiner Ruhe nicht auch andere anstecke und deeskalierend wirke. Sondern weil Nachdenken Zeit kostet, ich letztlich zu dem Schluss komme, dass ich auch spontan genauso reagiert hätte, es dann aber oft zu spät für diese Reaktion ist. Außerdem ist der Kick von Impulsivität durchaus reizend, was jeder Alkoholkonsument bestätigen wird.

Ansonsten bin ich wohl die Personifizierung der stoischen Ruhe. Regt mich ehrlich gesagt nicht großartig auf…

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Ich bekomme keine Schweinegrippe!

Ja ich weiß. Das klingt überheblich! Aber so ist es nunmal. Ich habe keine Lust auf diesen Mist. Kann man mir ja auch nicht übel nehmen.

Jetzt aber mal ganz egal, wie gefährlich das Ding ist, ich habe so die Schnauze voll davon, dass sich die Schweinegrippe gar nicht in meine Nähe zu wagen braucht. Ich würde mich tierisch aufregen und erstmal fragen, was das ganze Trara denn soll!

Jetzt aber zurück zu meiner Anfangsaussage: Ich bekomme keine Schweinegrippe. Also ich weiß es einfach. Man kann sagen, „ich hab’s im Urin“ oder „ich hab’s im Gespür“. Ich weiß es einfach. Woher weiß ich nicht. Aber es ist in meinem Kopf. Nein, es ist keine Stimme, die mir das sagt! Die Stimme erzählt von anderen Dingen… Redrum! Hehehe. Spaß!!!

Ich habe das öfter. Also dass ich weiß, was passieren wird. Stellt euch das nun aber nicht zu spektakulär vor! Es bezieht sich auch in erster Linie auf Geschehnisse, die ich ohnehin aktiv oder zumindest unterbewusst mitbeeinflussen kann. Und die Ahnung des Eintritts speist sich sicherlich auch nur aus Erfahrung. Zumindest denke ich, dass keinerlei Mystik dahinter steckt.

Zum Beispiel habe ich mich einmal gefragt, ob das berühmte DejaVu nichts weiter als ein cooler Trick des Gedächtnisses ist. Ok, das denken viele. Ich vermute nun aber, dass unser Gehirn die Zeitwahrnehmung verschiebt. Beziehungsweise, dass jetzt Erlebtes in den „von Gestern“-Speicher abgelegt wird und somit eine Überlagerung der Wahrnehmung geschieht. Habts ihr das verstanden? Also beispielhaft: Ich sitze jetzt gerade vor meiner Tastatur und schreibe diesen Text. Über den Monitor lese ich den Text und habe plötzlich das Gefühl, als hätte ich den Text schon einmal Wort für Wort gelesen oder geschrieben (nein, ich vertippe mich nicht so oft, dass es in der Tat der Wahrheit entsprechen könnte). Mein Gehirn hat den Text und das Tippen natürlich in den Kurzzeitspeicher gelegt. Aber, komischerweise auch in den Erinnerungsspeicher, in dem sonst nur bereits Geschehenes abgelegt wird. Beim Zugriff auf die Speicher kann mein Hirn nicht mehr differenzieren. So erinnere ich mich wage daran, diesen Text – während ich ihn schreibe – schon einmal geschrieben zu haben. Jetzt wäre es natürlich noch interessant, warum das Brain so tut: aus Selbstschutz oder wegen Fehlfunktion?

Mit der Schweinegrippe ist das ja nun ähnlich. Indem ich mir bewusst und unterbewusst klar mache, dass ich das nicht will, stärke ich meine Abwehrkräfte. Außerdem vermeide ich sicherlich unterbewusst auch gewisse Handlungen und Orte etc. an denen oder durch die meine Abwehrkräfte geschwächt werden könnten oder ich mir die Schweinegrippe holen könnte.

Falls es übrigens nicht klappt, dürft ihr mich gerne auslachen.