mal sehen


Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen…

Heute Morgen habe ich im Bus eine Frau gesehen, die aus einer blauen Stofftasche eine Schachtel Pralinen heraus holte. Sie wendete die Schachtel hin und her, betrachtete kurz die Bilder und steckte sie wieder zurück. Dann nahm sie einen gefalteten Zettel aus der Tasche. Sie öffnete den Zettel und laß die Zeilen, die man ihr zur Pralinenschachtel dazu gab.

Zuerst musste ich lächeln, weil mich die Geste erfreute. Jemand schenkte ihr Pralinen und formulierte eine kleine Botschaft noch dazu. Aber dann sah ich, dass die Frau den Zettel schnell und unachtsam wieder in die Tasche zurück steckte. Ihre Lippen formten stille Worte und ihr Blick wurde eng und schweifte aus dem Fenster. Sie hielt die Griffe der Stofftasche in einer angespannten Faust fest.

Ich erschrak ob dieses jähen Wechsels der Stimmung. Ich wollte nicht wissen, was in dem Zettel geschrieben stand. Und ich bin mir sicher, die Frau hätte etwas darum gegeben, mit mir oder einem anderen Unwissenden die Rollen tauschen zu können. Was sie gelesen hatte, wurde Teil ihrer Gegenwart und der Tag, der heute so schön begann, war versaut. Bitte schenkt mir keine Pralinen!



Wasser auf dem Mond

So Partypeople! Der Mensch hat eine neue bahnbrechende Entdeckung gemacht: es gibt Wasser auf dem Mond. Das hat nun die Nasa verkündet. Der bemannten Raumfahrt zum Mond steht nichst mehr entgegen. Aus Wasser kann Sauerstoff und Wasserstoff gewonnen werden.

Dumm gelaufen für den Mond. Meiner Meinung nach. Nein, ich will nicht schwarzmalen. Doch ich will! Sonst kapierts ja keiner… Hehe.

Also mir fällt da spontan die Geschichte mit dem Indianer und den Astronauten in der Wüste New Mexicos ein. Der Indianer zieht am Trainingscamp der Apollo-Mission vorbei und sieht, wie lustig verpackte Männer mit komischen Geräten über den Wüstenboden stolpern. Der Indianer wundert sich und will’s wissen. Cleveres Kerlchen – hat kapiert, dass man Fragen stellen muss um Antworten zu erhalten. Ein Mitarbeiter der Mission klärt ihn auf. Die Menschen wollen auf den Mond. Der Indianer setzt sein Pokerface auf und bittet die Leute, ob sie eine alte Indianische Botschaft, geschrieben auf einen Zettel, mit zum Mond nehmen können. Alles kein Problem, der Indianer schreibt seine Botschaft, der Mitarbeiter nimmt sie und – natürlich – übergibt er sie gleich den Schnüffelhunden des CIA. Die haben erstmal Probleme mit dem Dialekt, können die Botschaft dann aber doch übersetzen, die da lautet: „Traut diesen Menschen nicht – sie nehmen Euer Land!“.

Ob die Geschichte der Wahrheit entspricht ist egal. Die Botschaft entspricht der Wahrheit!

Jetzt gibt es ja auf dem Mond keine Menschen. Aber es gibt Wasser! Und wenn es dort Wasser gibt, dann gibt es dort womöglich doch organische Lebensformen. Kein Sci-Fi, wenn man bedenkt, was für Lebensformen bereits in den unwirklichsten Lebensräumen unserer Erde existieren. Die hätten dann die längste Zeit ihre Ruhe gehabt. Selbst wenn es dort nur H2O gäbe, wir schicken ja Menschen hin. Ich möchte ehrlich gesagt nicht dort leben, gehen mir doch schon der graue Herbst und Kunstbau a la Venedig auf den Sack. Der Mensch steht in Beziehung zu seiner Umwelt. Seine Umwelt (die er noch einigermaßen begreifen kann, weil sie nicht zu abstrakt ist), das ist die Erde. Das Gesamte, welches zum Leben auf der Erde beiträgt: Luft, Wasser, Sonne, Tag, Nacht, Pflanzen, Tiere, … – kein Gott (den gibt es nicht) – …, aber auch der Tod!.

Wie wird es für Erdbewohner, wenn sie die ersten Bauten auf dem Mond sehen können? Unromantisch. Zumindest bis da oben alles zugesmogt wurde und dann auch nur noch helle und dunkle Flecken sichtbar werden. Welche Änderungen wird zusätzliche Masse – auch nur im geringsten Ungleichgewicht – auf die Weltmeere haben? Empfindlich genug ist unser System. Wie wir ja nun endlich alle wissen. Wobei Anpassung durch die Natur relativ schnell geschieht. Arten sterben aus, neue entstehen. Aber der Mensch? Auch auf ihn trifft die vorherige Aussage zu.

Schwarzmalerei vom feinsten…