mal sehen


Sommerbrezel Macht Mir Ein Hochgefühl

Gerade gehe ich mit Taschen voller Gummibärchen und einem Golfschläger – ein Neunereisen – inkl. Ball und einem gemütlichen Cross-Golfgame durch die Nacht. Deutschland hat verloren, mir egal, hab eh nur drei Bier getrunken… Ich genieße den Abend und ich genieße es, allein genießen zu können. In der schwülen Sommernacht den Hauch der Geborgenheit zu spüren und mich von der warmen Luft gehn Himmel drücken zu lassen. Das Wetterleuchten zeigt mir den Weg zum Loch, indem es meine Umwelt in weiß umrissene Schatten taucht.

Zwei umtriebige Katzen tümmeln sich im Dunst der glänzenden Nacht. Sie tapsen den Ball über das Grün und machen mein eigentlich perfektes Spiel interessanter. Zuerst ein Schnurren, dann ein Fauchen und dann verschwinden sie wieder im Gebüsch. Mein Ball jedoch landet zwischen Bordstein und Opel. Ich habe und nehme mir die Freiheit, hebe ihn auf und stecke ihn in meine Tasche, bevor noch etwas zu Bruch geht. Zuhause angelangt, nehme ich den Ball aus der Tasche und suche ein geeignetes Plätzchen, wohin ich ihn rollfrei legen kann, während die feucht-warme Luft durch das Zimmer schwappt. Meine Haut fängt sie auf, wie die klebrige Fliegenfalle ein Insekt.

Ich habe einen sicheren Platz für den Ball gefunden. Ein Becher, in dem mir vor zwei Wochen, von einer Zirkusartistin ein Schwarztee gereicht wurde. Der Ball passt optimal hinein und kann so auch nicht davon rollen. Auf dem Becher steht mit Filzstift geschrieben: „Aus der Luft gegriffen – einfach so, weil es so schön ist“. Niemand ist da, der meine Geschichte hören kann, aber mir ist es der Moment einfach wert, ihn zu teilen und festzuhalten. Weil ich das Leben spüren kann – einfach so, weil es so schön ist.

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Urlaub am Meer
Mai 11, 2012, 2:37 am
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Aloha Leute! Heuer habe ich mir, nach harter Arbeit, 5 Tage Urlaub gegönnt. Am Montag gings los. Mein spontaner Entschluss eine Freundin zu besuchen wurde verstärkt durch den Umstand, dass ich, mittlerweile nur noch mit den Öffentlichen unterwegs, für ein paar Tage das Auto eines Freundes „bewachen“ musste. Audi, mehr sag ich nicht… Born 2 be wild, man – wild!

Meine Spritztour in die Unabhängigkeit führte mich hinab ins schöne Allgäu. Ich ließ das Navi aus, notierte mir im Voraus nur die wichtigsten Städte, vergaß natürlich meine Notizen, kämpfte mit der Alarmanlage, verlor beinahe; wunderte mich über das Piepsen beim Rückwärtsfahren, verfuhr mich nur zwei mal um insgesamt 2 Kilometer – jawoll – und genoss meinen Trip über die kurvenreiche Schwäbische Alb, die zwischen mir und dem Allgäu liegt, wie Monika Lewinsky in der Präsidentensuite. Musikalisch untermalt von den Beastie Boys (Album: Check Your Head).

Wir vebrachten einen schönen Abend, an dem wir unser Wiedersehen gebührend feierten. Meine Gastgeberin gehört zu den Frauen mit Charakter, den man nicht versteht, ihn nicht verstehen kann, aber auch gar nicht muss. Man muss nur verstehen, dass sie verstanden werden will und dabei legt sie viel Selbstverständnis an den Tag. Da auch ich zu diesen Menschen gehöre, plauderten wir fast nur über uns und erhielten dadurch sehr intime Einsichten. Ich würde es als eines dieser Gespräche bezeichnen, die man als konstruktiv im Gedächtnis behält. Wären da nicht zwei Flaschen Prosecco, ein Sekt und ein Wein gewesen… Spaß hat es mit Sicherheit gemacht!

Am nächsten Tag verabschiedete sie mich mit dem Tip, den Trip zum Bodensee zu vergolden. Keinen Gedanken verschwendet, brauste ich mit 200 Sachen auf der Autobahn in Richtung Lindau. Lindau liegt in Deutschland und direkt im Anschluss an Bregenz und Bregenz liegt in Österreich. Und beide liegen am östlichen Bodensee. In Lindau angelangt, schlenderte ich zuerst in die Innenstadt und redete ein paar Fremde an, indem ich mir Auskunft über die nächste Bank verschaffte. Ein Audi auf 200 verbraucht viel Sprit.

Dann ging ich ans Bodenseeufer und ließ mich darnieder. Ich zelebrierte meinen Aufenthalt durch das Bewusstsein, Urlaub zu haben. Und natürlich wegen dem See. Ich liebe Wasser. Dazu muss es in größeren Dimensionen vorhanden sein, weshalb mich ein Glas Sprudel nicht umhaut. Aber wenn es bis zum Horizont reicht, wenn es Wellen macht und wenn die Möven am Ufer chillen, dann geht mir einer ab wie Lutzi. Von Zeit zu Zeit brauche ich das. Es weckt das Kind in mir, welches viel zu oft erwachsen sein muss.

Ich saß also am Ufer, rief meiner Mom an und hielt das Telefon zur rauschenden Brandung. An diesem Tag ließ die Brandung so sehr zu wünschen übrig, dass die Frau Mama absolut keinen Dunst hatte, wo ich da war. Überraschungseffekt dahin, aber was soll’s. Ihr Neid über meinen Aufenthaltsort war auf jeden Fall rießig. Danach verbrachte ich noch beinahe zwei Stunden am Wasser. Ich schloss die Augen und hörte das sanfte Pflätschern der Wellen auf den Ufersteinen. Ich roch den Duft von Fischgrund und stellte mir vor, ich wäre am Meer. Absolute Freiheit. Der ich und der Ozean.

Dann bestieg ich mein Stahlgeschoss und fuhr zurück nach Hause. Kaum war ich zuhause, fing der warme Sommerregen an. Das nenne ich Glück, weil Autofahren ohne offene Fenster wie Aufzugfahren ist. Oder Flugzeug fliegen. Trockene Gebläßeluft gegen den frischen Fahrtwind, der meine Halbglatze durcheinander wirbelt wie Heavy Metal. Get your Motor runnin‘!

Zuhause setzte ich meinen Urlaub fort, indem ich mit Freunden die warmen Sommerabende auf der Terrasse genoss, eine Flußkahntour startete und die Strandlatschen bei jedem Schritt über den Boden schleifen lies. Hang Loose, Dude!

Heute Nacht wollte ich ins Bett fallen und schlafen wie ein Stein, aber lautes Gebrüll brachte mich um die Nachtruhe. Einer meiner Nachbarn war wütend auf die Gesellschaft, betrunken und zum Glück trotzdem Gesprächsbereit, als ich mich in Boxershorts und T-Shirt auf ihn zubewegte.

Er wollte reden, das war klar, aber ich musste ihm ausdrücklich zu verstehen geben, dass er sein Maul zu halten hatte, bis ich mit Hosen an, wieder kam. Er hielt sich daran und die andern Nachbarn, die ihr Licht angeschaltet hatten, machten es wieder aus und gingen zurück ins Bett. Wir redeten gut eine Stunde, bis er wieder ruhig war und verstanden hatte, dass er sich im Endeffekt nur zum Affen machte. Motiv hin oder her, sternhagelvoll auf einer Party, aus dem Nichts heraus, andere Gäste zu beleidigen, ist affig.

Ich schloss meine Rede ab mit des Meisters schlauen Worten: „Furcht, Zorn, aggressive Gefühle führen auf die Dunkle Seite der Macht, Dude. Die dunkle Seite.“ (Anm.: grammatikalisch verändert durch den Autor). Mein Urlaub war ein voller Erfolg! Die Kur, die ich brauchte.

Aloha und schlaft gut! Ich sicherlich…



Frei sein…
April 14, 2012, 2:14 pm
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Freiheit ist dieses Gefühl, zu wissen, dass man nicht mehr mit anderen verglichen wird.
Freiheit ist dieses Gefühl, Fehler machen zu dürfen, lernen zu können und verstehen zu dürfen.
Freiheit ist dieses Gefühl, jemandem eine Chance geben zu können, weil man keine Angst mehr davor hat, angegriffen zu werden.
Freiheit ist dieses Gefühl, nicht mehr kämpfen zu müssen, sondern lieben zu dürfen.

Freiheit ist geil!



Selbstfindung als Teil der inneren Freiheit

Es gibt Zeiten, in denen man sich selbst finden muss. So eine Zeit habe ich gerade mal wieder. Verursacht durch eine Trennung und eine Enttäsuchung. Wer kennt das nicht…

Und so habe ich folgendes erneut feststellen können:
(Die Feststellung basiert nicht auf einer bestimmten Einzelperson.)

Ich brauche eine Frau, die frei ist in sichselbst. Keine Frau, deren einzige Freiheit darin besteht, ihr ganzes Geld für Klamotten auf den Putz zu hauen, drei Mal im Jahr in einer engen Flugzeugkabine von Flughafen zu Flughafen in den Hotelurlaub zu fliegen, und die lieber in den Spiegel schaut, statt in ihre Seele. So eine Frau ist nicht frei selbst zu erkennen, selbst zu entscheiden, selbst zu bestimmen, selbst zu riskieren, selbst zu gewinnen und selbst zu verlieren. Sie ist lediglich frei von Charakter.

Meine Freiheit basiert nicht auf finanziellen Mitteln, auf materiellen Werten oder auf einem glänzenden Äußeren oder auf großen Sprüchen. Sie basiert auf der Akzeptanz meiner Selbst – meiner Stärken und vor allem meiner Schwächen – und dem Wesen meiner Mitmenschen.

Dies führt bei manchen zu Sympathie, weil sie sehen, dass ich echt bin, und bei anderen zu Antipathie, weil sie erkennen, dass sie falsch sind.

Diese Überlegung ist nicht neu für mich. Und trotzdem musste ich sie mir wieder aufs Neue erarbeiten. Schon faszinierend, wie stark Emotionen sein können. Also auf ein Neues, Baby!

Hang Loose!



Götter dieser Erde

Als Kinder waren wir allmächtig. Wir waren weiße und voller Inspiration. Wir erkannten Gut und Böse. Die Freiheit war noch unser höchstes Gut und wir wussten sie zu nutzen.

Hineingebohren in die Welt behielten wir den Blick für die Wunder und das Schöne in ihr. Nur durch Willenskraft konnten wir sie formen und gestalten.

Das Land tat sich auf und um uns herum füllte sich alles mit Wasser bis wir allein auf einem endlosen Ozean dahintrieben. Wir konnten die Gestalt jeder Kreatur annehmen, egal ob es sie gab oder nicht. Im Körper eines stoltzen Adlers oder einer starken Ameise, als verspielter Elf oder als grausamer Riese.

Wir kannten alle Zaubersprüche dieser Erde, obwohl uns nie ein einziger gelehrt wurde. In unserer Welt schossen Blitze aus unseren Augen und wenn wir glücklich waren, konnten alle daran teilhaben, indem wir den Himmel auftaten und die Sonne scheinen ließen.

Über die Jahre hinweg wurden wir verletzlicher; wir vergaßen all unsere Fähigkeiten und wurden zu normalen Sterblichen. Aber hinter unserer Brust sitzt ein kleiner Edelstein und manchmal fühlen wir ihn funkeln. Wenn wir uns dann daran erinnern und ganz fest wollen, dann können wir wieder Götter sein!