mal sehen


Meskalin…

Ich sitze gerade auf einem Sitz in einem Bus und döse vor mich hin. Die Müdigkeit, der Alkohol, der viel zu lange Abend… Meine Lider drücken so schwer auf meine Augäpfel, dass ich Azeton bräuchte um sie abschälen zu können. Der Sitz ist breit, aber irgendwie viel zu schmal! Egal wie ich meinen Hintern platziere, der Sitz drückt gegen meine lahmen Oberschenkel. Ja, die Sitzfläche ist nicht für schlappe Alkoholkostgenießer gemacht! Lall ich? Iwo! Seit wann kann man denn beim Denken lallen!? Mein Rücken ist außerdem viel zu breit für den Sitz. Der Sitz ist also weder breit noch schmal. Ich revidiere! Der Sitz ist einfach scheiße…

Der Busfahrer denkt auch, nachts sind die Straßen frei – na da heitze ich doch mal wieder wie eine gesenkte Sau durch die Straßen. Los! Zackig! Beschleunigen auf mindestens 60 Km/h! Zackig! Kurve! Haltet euch fest Kammeraden! Bing – Haltestelle! Zackig bis an die Bus-Markierung auf dem Straßenbelag heranfahren und – Zackig – in die Bremsen steigen! Betet meine Brüder und Schwestern! In Bezug auf meinen Mageninhalt würde ich die Fahrbewegungen eher als so beschreiben: zum Kotzen! Der scheiß Sitz sah aber auch so bequem aus, da hab ich in Kauf genommen, gegen die Fahrtrichtung zu schlafen… Ein Gutes hat der apprupte Geschwindingkeitsverlust aber doch! Für den Bruchteil einer Sekunde schrecke ich auf und sehe! Ich sage, „ und es ward Licht“! Und so war es! Was wollte ich jetzt sagen? Ach so! Das Licht. Genau…

Also würde der Bus nicht so ungeahnt sein Gewicht auf die Vorderachse verlagern, dann würde ich nicht mal mehr zu den Haltestellen die Augen öffnen und somit bis zur Endstation auf diesem hammersunbequemen Sitz rumhängen. Bing! Der vorletzte Nachtbus und ich hänge schon halb tot im Sitz. Die anderen Fahrgäste scheinen noch sehr fit zu sein, was ich so an Geblöke hören kann. Sollen sie denken, was sie wollen, ich hatte meinen Spaß. Ob die anderen noch im Kuckuck sind? War der Stefan noch da, als ich gegangen bin? Tja, wen juckts!? Sowieso ein komischer Typ. Zack! Mageninhalt hemmert gegen die Rückseite der Höhle und schwappt genauso ruckartig zurück gegen die Bauchseite. Der Bus steht still! Licht!

Meine Haltestelle! Die hintere Tür öffnet sich schon. Steh auf du fauler Sack! Karusell… Mein Bein??? Was geht denn nun!? Mein Bein ist eingeschlafen! Tutto completti! Ich stolpere! Ich muss raus hier. Ich stolpere bei jedem Schritt. Ich spüre mein komplettes linkes Bein nicht mehr! Total eingeschlafen! Mit den Haltestangen hangele ich mich auf einem normalen und einem tauben Bein zum Ausgang. Ich setze mein waches Bein hinunter auf den Gehweg und breche beinahe zusammen, weil mein schlafendes Bein keine Ahnung hat, was gerade angesagt ist! Eine Frau greift mir unter den Arm und hält mich fest. Noch jemand packt meinen anderen Arm. Puh! Was für ein Stress! Beide reden auf mich ein. Langsam – jeder einzeln! Mir geht es doch gut! Keine Panik…

„Maaain Bein is voll eingeschlafn.“. Ich lalle ja tatsächlich… Scheiß Sitz!

So ungefähr könnte der junge Mann gedacht haben, dem ich heute Nacht geholfen habe, weil sein Bein eingeschlafen ist. Er erinnerte mich an Johnny Depp in dem Film „Fear and Loathing in Las Vegas“, in der Szene, in der er auf Meskalin im Hotel einchecken möchte. Übrigens hatte der hastige Busfahrer die Geduld auf mich zu warten, bis ich wieder zurück in den Bus gestiegen bin. Ein Lob auf die Öffentlichen Verkehrsmittel.

Werbeanzeigen


Hallo Zusammen!

Ich stelle mich kurz vor: Name – egal. Tut doch nix zur Sache. Alter – Anfang 30. Geschlecht – männlich. Beruf – och egal. Herkunft – von hier aus der Gegend.

Das reicht nun aber für’s Grobe. Und ich denke wirklich, dass diese Angaben zum groben Teil meiner Person/Persönlichkeit gehören. Außerdem soll das ja keine Kontaktanzeige werden. Und wenn, dann kommt es euch doch hoffentlich noch allen auf die edlen inneren Werte an!?

Innere Werte? Nein, nein! Davon habe ich in der Tat auch ein paar. Hehe. Warum ich da lachen muss? Vielleicht erzähl ich euch das ein ander Mal. Ich stopfe mir mal schnell eine Zigarette. Nicht weggehen!

So! Feuer und zack – inhalieren, Kippe brennt. Fein! Ja, so ich bin Raucher. Ich rauche des Rauchens Willen. Und ich stopfe mir meine Zigaretten selbst, des lieben Geld Willens. Ich rauche alles, außer fiese Halfzware-Pampe. Kann man zwar rauchen, aber stinkt extrem nach Selbstgedrehten. Wenn ich selbstdrehen will, mach ich das selbst! Ich steh aber auf die fuck Chemie in den Filtern. Ich rauche keine Selbstgedrehten, also möchte ich auch nicht danach stinken! Basta!

Seht ihr – so langsam, aber mit großer Sicherheit erfahrt ihr mehr über mich. Nur Geduld also. Die Bayern sagen „schau’mer mal“. Ich sage „mal sehen“.

Und da sind wir gleich bei noch was! Ich liebe Überraschungen. Obwohl ich mich selbst als Konservativbedürftig beschreiben würde. Mir wäre es ja doch am Liebsten, wenn es so manch böse Überraschung unterlassen würde, mir unerwünscht über die Leber zu laufen. Ehrlich gesagt könnte ich gut auf sowas verzichten. Aber jedwede Überraschung gehört nunmal zum Leben. Sonst wäre es doch langweilig. Und weil ich das Leben liebe, akzeptiere ich es in allen Spielvarianten, die es auf Lager hat. Um also meine Aussage von oben zu konkretisieren, ich liebe alle Überraschungen, die weder für mich, noch andere, negative Folgen haben! Außer jemand hat’s Verdient! Natürlich. Hehe. Da muss ich wieder lachen.

Zum Thema „Verdient“ nur schnell so viel (ich muss ins Bett jetzt): Wie es in den Wald schreit, so schallt’s auch wieder heraus. Tust du Gutes, erhöhst du die Chance auf gute Reaktionen. Tust du Schlechtes, erhöhst du das Risiko in schlechte Situationen zu gelangen. Das ist Teil meiner Lebensphilosophie und beruht auf der Erkenntnis, dass sich der Mensch ständig in umfassenden Beziehungen befindet.

Nichts neues, wa!? Ihr könnt ja trotzdem mal wieder vorbeischauen. Mal sehen!

Ach ja, richtig! Das da oben ist mein Auge.