mal sehen


Sprache hören, Charakter verstehen.

Vor ein paar Stunden saß ich mit einer Frau, die bislang nur Englisch und noch kein Deutsch versteht, auf einem Bänkchen am Waldrand. Wir haben Zigaretten geraucht und ein Bierchen getrunken. Sie hat mir erzählt, dass sie manchmal einfach nur da sitzt und die Deutschen beobachtet, da sie ja ohnehin  nichts versteht und sich deshalb nach einer gewissen Zeit nicht mehr auf die Sprache konzentriert. Sie sagte, sie habe viel über den Charakter der Menschen gelernt, aber sie habe sich auch schon oft in Ihnen geirrt.

„Wahrscheinlich würde ich dich auch ganz anders wahrnehmen, wenn ich dich in deiner Muttersprache hören und verstehen könnte.“, war mein Einwand dazu; „Und wahrscheinlich wirst du mich ganz anders wahrnehmen, wenn du Deutsch gelernt hast.“. Sie gab mir zu dieser Feststellung recht. Wittgenstein würde sich wahrscheinlich im Grab umdrehen und gähnen…

Dadurch kamen wir auf die Idee, dass Sprache und Sprachgebrauch ja auch bei zwei gleichsprachigen Menschen unterschiedlich sein können. So zum Beispiel, wenn ich mit jüngeren Menschen spreche, die sich „liken“ oder „adden“. Aber auch die Bewertung von Worten kann ganz unterschiedlich ausfallen. Das Wort „Hippie“ ist bei mir positiv belegt, wohingegen andere das Wort mit einer abfälligen Bedeutung in Verbindung bringen. Gutmeinende Weltverbesserer – gammelnde Utopisten.

Unter dem Wort „cool“ verstehe ich nicht nur, dass etwas toll ist, sondern auch, dass etwas kalt ist oder locker ist: cool sein – cool wirken – cool bleiben. Jeder Mensch hat sein subjektiv geprägtes Vokabular und verbindet unterschiedliche subjektive Eindrücke mit ein und denselben Wörtern. Das subjektive Vokabular kann geprägt sein durch regionale, familiäre oder gruppenspezifische Unterschiede, Bildungsstand, Fachsprache, Erlebnisse…

Deshalb ist zuhören auch so wichtig. Genauso wie die Nachfrage, wenn man der Meinung ist, etwas nicht richtig verstanden zu haben. Wenn man versteht, wie etwas gemeint ist, entfallen Zweifel und Missverständnisse. Ich persönlich gehöre zu den Menschen, die verstanden werden wollen, damit Unklarheiten aus dem Weg geräumt sind. Deshalb erkläre ich mich oft sehr umständlich und langwierig, um dann zum simplen Fazit zurück zu kehren. Ich denke, dass haben jetzt alle bemerkt…

Da ich einen schwierigen Charakter habe, bin ich meiner Meinung nach meinen Mitmenschen (m-m-n-m-m-n) dazu verpflichtet, mich klar auszudrücken, wenn es mir wichtig ist, dass sie meinen Charakter verstehen. Eventuell ist mein schwieriger Charakter auch eine Folge dieses Anliegens. Wer kennt mich schon besser, als ich mich selbst..?

Gute N8 Everybody!

P.S.: Be strong and true to yourself, so you will defeat your personal demons!

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Ein Traum

Wir stehen am Ufer eines Sees. Wir schauen aufs Wasser und ich halte deine Hand. Auf der gegenüberliegenden Uferseite ist ein Wald. Er ist grün. Es dämmert leicht und es ist angenehm warm. Ich halte deine Hand. Du stehst neben mir und hältst meine Hand. Es ist ruhig.

Ich sitze. In einem Raum mit Tischen und Stühlen. Die Wände und das Mobiliar sind aus Holz. Außer mir sitzen noch andere Menschen in diesem Raum. Es ist warm. Dich kann ich nicht sehen. Die Menschen reden miteinander. Sie reden auch mit mir. Ich kann sie nicht hören. Es ist ruhig.

Unsere Schritte führen uns um den See. Du gehst neben mir. Obwohl wir vorwärts kommen, kommen wir nirgendwo an. Wir gehen zusammen, Hand in Hand. Wenn ich zu dir sehe, dann lächelst du. Du bist Glücklich. Ich bin es auch. Es ist ruhig.

Viele Menschen stehen am Ufer. Ich stehe hinter ihnen. Als ich durch sie durchgehe, sehe ich dich. Alleine. Du stehst am Ufer und ich gehe zu dir. Ich nehme deine Hand und du lächelst mir zu. Die Menschen stehen hinter uns. Sie warten. Wir schauen auf den See. Es ist ruhig.

Immer noch gehen wir um den See. Hand in Hand. Ein warmer Wind strömt uns entgegen. Die Luft ist klar. Du lächelst. Mir geht es gut. Es ist ruhig.

Die Menschen in dem Raum reden ständig miteinander. Es sind viele. Ich suche dich, doch vermisse dich. Du bist nicht da. Ich bleibe auf dem Stuhl sitzen. Es ist ruhig.

Wir stehen am Ufer eines Sees. Wir schauen aufs Wasser und ich halte deine Hand. Auf der gegenüberliegenden Uferseite ist ein Wald. Er ist grün. Es dämmert leicht und es ist angenehm warm. Ich halte deine Hand. Du stehst neben mir und hältst meine Hand. Es ist ruhig.

Ich sitze. Es ist ein Raum mit Tischen und Stühlen. Die Wände und das Mobiliar sind aus Holz. Außer mir sitzen noch andere Menschen in diesem Raum. Es ist warm. Dich kann ich nicht sehen. Die Menschen reden miteinander. Sie reden auch mit mir. Ich kann sie nicht hören. Es ist ruhig.

Unsere Schritte führen uns um den See. Du gehst neben mir. Obwohl wir vorwärts kommen, kommen wir nirgendwo an. Wir gehen zusammen, Hand in Hand. Wenn ich zu dir sehe, dann lächelst du. Du bist Glücklich. Ich bin es auch. Es ist ruhig.

Viele Menschen stehen am Ufer. Ich stehe hinter ihnen. Als ich durch sie durchgehe, sehe ich dich. Alleine. Du stehst am Ufer und ich gehe zu dir. Ich nehme deine Hand und du lächelst mir zu. Die Menschen stehen hinter uns. Sie warten. Wir schauen auf den See. Es ist ruhig.

Immer noch gehen wir um den See. Immer noch Hand in Hand. Ein warmer Wind strömt uns entgegen. Die Luft ist klar. Du lächelst. Mir geht es gut. Es ist ruhig.

Die Menschen in dem Raum reden ständig miteinander. Es sind viele. Ich suche dich, doch vermisse dich. Du bist nicht da. Ich bleibe auf dem Stuhl sitzen. Es ist ruhig.

Viele Menschen stehen am Ufer. Ich stehe hinter ihnen. Als ich durch sie durchgehe, sehe ich dich. Alleine. Du stehst am Ufer und ich gehe zu dir. Ich nehme deine Hand und du lächelst mir zu. Die Menschen stehen hinter uns. Sie warten. Wir schauen auf den See. Es ist ruhig.

Unsere Schritte führen uns um den See. Du gehst neben mir. Obwohl wir vorwärts kommen, kommen wir nirgendwo an. Wir gehen zusammen, Hand in Hand. Wenn ich zu dir sehe, dann lächelst du. Du bist Glücklich. Ich bin es auch. Es ist ruhig.

Die Menschen in dem Raum reden ständig miteinander. Es sind viele. Ich suche dich, doch du bist nicht da. Ich bleibe auf dem Stuhl sitzen. Es ist ruhig.

Du gehst neben mir. Obwohl wir vorwärts kommen, kommen wir nirgendwo an. Wir gehen zusammen, Hand in Hand. Wenn ich zu dir sehe, dann lächelst du. Du bist Glücklich. Ich bin es auch. Es ist ruhig.

Wir stehen am Ufer eines Sees. Wir schauen aufs Wasser und ich halte deine Hand. Auf der gegenüberliegenden Uferseite ist ein Wald. Er ist grün. Es ist dunkel und die Sterne leuchten auf uns herab. Die Menschen hinter uns schauen zum Himmel. Du hältst meine Hand.

Plötzlich erscheinen zwei feuerrote chinesische Drachen am Himmel. Es wird wärmer. Sie fliegen über den See. Mal höher, mal tiefer. Ihr Bild spiegelt sich auf der Wasseroberfläche. Die Haare ihrer Löwenmähnen flattern durch die Luft. Ich höre es. Die Menschen hinter uns freuen sich. Ich höre es. Du atmest gleichmäßig. Ich höre dich.

Die chinesischen Drachen bewegen sich tanzend durch die Luft. Sie fliegen nebeneinander. Sie sind ein Paar. Direkt vor uns machen sie eine Wende und fliegen in den Wald. Sie verschwinden zusammen in der Dunkelheit. Du schaust zu mir und ich zu dir. Du lächelst. Du hältst meine Hand. Es ist warm. Und es ist ruhig.