mal sehen


Urlaub am Meer
Mai 11, 2012, 2:37 am
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Aloha Leute! Heuer habe ich mir, nach harter Arbeit, 5 Tage Urlaub gegönnt. Am Montag gings los. Mein spontaner Entschluss eine Freundin zu besuchen wurde verstärkt durch den Umstand, dass ich, mittlerweile nur noch mit den Öffentlichen unterwegs, für ein paar Tage das Auto eines Freundes „bewachen“ musste. Audi, mehr sag ich nicht… Born 2 be wild, man – wild!

Meine Spritztour in die Unabhängigkeit führte mich hinab ins schöne Allgäu. Ich ließ das Navi aus, notierte mir im Voraus nur die wichtigsten Städte, vergaß natürlich meine Notizen, kämpfte mit der Alarmanlage, verlor beinahe; wunderte mich über das Piepsen beim Rückwärtsfahren, verfuhr mich nur zwei mal um insgesamt 2 Kilometer – jawoll – und genoss meinen Trip über die kurvenreiche Schwäbische Alb, die zwischen mir und dem Allgäu liegt, wie Monika Lewinsky in der Präsidentensuite. Musikalisch untermalt von den Beastie Boys (Album: Check Your Head).

Wir vebrachten einen schönen Abend, an dem wir unser Wiedersehen gebührend feierten. Meine Gastgeberin gehört zu den Frauen mit Charakter, den man nicht versteht, ihn nicht verstehen kann, aber auch gar nicht muss. Man muss nur verstehen, dass sie verstanden werden will und dabei legt sie viel Selbstverständnis an den Tag. Da auch ich zu diesen Menschen gehöre, plauderten wir fast nur über uns und erhielten dadurch sehr intime Einsichten. Ich würde es als eines dieser Gespräche bezeichnen, die man als konstruktiv im Gedächtnis behält. Wären da nicht zwei Flaschen Prosecco, ein Sekt und ein Wein gewesen… Spaß hat es mit Sicherheit gemacht!

Am nächsten Tag verabschiedete sie mich mit dem Tip, den Trip zum Bodensee zu vergolden. Keinen Gedanken verschwendet, brauste ich mit 200 Sachen auf der Autobahn in Richtung Lindau. Lindau liegt in Deutschland und direkt im Anschluss an Bregenz und Bregenz liegt in Österreich. Und beide liegen am östlichen Bodensee. In Lindau angelangt, schlenderte ich zuerst in die Innenstadt und redete ein paar Fremde an, indem ich mir Auskunft über die nächste Bank verschaffte. Ein Audi auf 200 verbraucht viel Sprit.

Dann ging ich ans Bodenseeufer und ließ mich darnieder. Ich zelebrierte meinen Aufenthalt durch das Bewusstsein, Urlaub zu haben. Und natürlich wegen dem See. Ich liebe Wasser. Dazu muss es in größeren Dimensionen vorhanden sein, weshalb mich ein Glas Sprudel nicht umhaut. Aber wenn es bis zum Horizont reicht, wenn es Wellen macht und wenn die Möven am Ufer chillen, dann geht mir einer ab wie Lutzi. Von Zeit zu Zeit brauche ich das. Es weckt das Kind in mir, welches viel zu oft erwachsen sein muss.

Ich saß also am Ufer, rief meiner Mom an und hielt das Telefon zur rauschenden Brandung. An diesem Tag ließ die Brandung so sehr zu wünschen übrig, dass die Frau Mama absolut keinen Dunst hatte, wo ich da war. Überraschungseffekt dahin, aber was soll’s. Ihr Neid über meinen Aufenthaltsort war auf jeden Fall rießig. Danach verbrachte ich noch beinahe zwei Stunden am Wasser. Ich schloss die Augen und hörte das sanfte Pflätschern der Wellen auf den Ufersteinen. Ich roch den Duft von Fischgrund und stellte mir vor, ich wäre am Meer. Absolute Freiheit. Der ich und der Ozean.

Dann bestieg ich mein Stahlgeschoss und fuhr zurück nach Hause. Kaum war ich zuhause, fing der warme Sommerregen an. Das nenne ich Glück, weil Autofahren ohne offene Fenster wie Aufzugfahren ist. Oder Flugzeug fliegen. Trockene Gebläßeluft gegen den frischen Fahrtwind, der meine Halbglatze durcheinander wirbelt wie Heavy Metal. Get your Motor runnin‘!

Zuhause setzte ich meinen Urlaub fort, indem ich mit Freunden die warmen Sommerabende auf der Terrasse genoss, eine Flußkahntour startete und die Strandlatschen bei jedem Schritt über den Boden schleifen lies. Hang Loose, Dude!

Heute Nacht wollte ich ins Bett fallen und schlafen wie ein Stein, aber lautes Gebrüll brachte mich um die Nachtruhe. Einer meiner Nachbarn war wütend auf die Gesellschaft, betrunken und zum Glück trotzdem Gesprächsbereit, als ich mich in Boxershorts und T-Shirt auf ihn zubewegte.

Er wollte reden, das war klar, aber ich musste ihm ausdrücklich zu verstehen geben, dass er sein Maul zu halten hatte, bis ich mit Hosen an, wieder kam. Er hielt sich daran und die andern Nachbarn, die ihr Licht angeschaltet hatten, machten es wieder aus und gingen zurück ins Bett. Wir redeten gut eine Stunde, bis er wieder ruhig war und verstanden hatte, dass er sich im Endeffekt nur zum Affen machte. Motiv hin oder her, sternhagelvoll auf einer Party, aus dem Nichts heraus, andere Gäste zu beleidigen, ist affig.

Ich schloss meine Rede ab mit des Meisters schlauen Worten: „Furcht, Zorn, aggressive Gefühle führen auf die Dunkle Seite der Macht, Dude. Die dunkle Seite.“ (Anm.: grammatikalisch verändert durch den Autor). Mein Urlaub war ein voller Erfolg! Die Kur, die ich brauchte.

Aloha und schlaft gut! Ich sicherlich…



Tag Cloud

Neulich war ich auf einer Vernissage. So ein Treffen von In-Hippster-Hippies, die sich angeregt über AlkoholArt unterhielten. Glücklicherweise gab es neben „Kunst“ auch hiebfesten Alkohol. Nice. Wie es so meine Art ist, brauch ich im Suff Action, sonst schlaf ich ein oder mach selbst Action. Damit wollte ich die Leute nicht belästigen.

Draußen war es schon dunkel, aber eine Passantin auf dem Gehweg leuchtete so hell, dass ich nur noch Augen für sie hatte – ihre Augen, ihr Mund, ihr Hubba-Bubba platzte, „blog“ – und beinahe vor einen Bus gestolpert wäre.

Im Deutsch der Vernisage-Gäste wäre der Unfall dann vielleicht eine „Erfahrung“ gewesen – ganz wertungsfrei, aber immer in Erinnerung an den fatalen Fehler, den man begehen kann, wenn man einer besonderen Frau hinterherschaut.

Frauen„, sagte ein Freund einmal, „können schlechte Freunde sein.“. Bei diesem Gedanken musste ich kurz lächeln, denn da fiel mir eine Geschichte ein: Sie war das Glück meiner Jugend und aus irgendeinem Grund hielt sie beim Schulausflug ins Museum plötzlich meine Hand. In meiner Hilflosigkeit verhielt ich mich wie ein Freund. Lange ist es her, wir waren ja fast noch Kinder ohne Hintergedanken im Kopf und so wurden wir gute Freunde für’s Leben – nicht nur für die Liebe… Andere Geschichte.

Die Frau, die mir aber gerade fast das Leben genommen hatte, war mit Sicherheit keine Freundin – Devil in Disguise. Wie als hätte sie meinen beinahe Unfall genossen, zogen ihre zarten Lippen ein erregtes Lächeln hervor.

„Ja Lady, ich bin ein Mann und in erster Linie ein Mensch! Und es ist nicht cool, wenn Menschen wegen dir vom Bus überfahren werden.“. Das dachte ich mir zumindest bei meinem zögerlichen Weiterweg über die dunkle Straße.

Vor meiner Stammkneipe begegnete ich einem ehemaligen Mitarbeiter und wir rauchten noch schnell eine vor der Spelunke. Üble Spelunke. Von drinnen drang Live Musik an unsere Ohren. Also zogen wir die Zigaretten schnell runter und stürmten den Event.

Jetzt wird meine Erinnerung leider etwas lückenhaft, aber alles, was es nicht in die Top Ten geschafft hat, war sowieso nicht merkenswert. Das nenne ich Alkohol-Art!

Wir waren Backstage mit der Band und ich erzählte Gina (Bass) die Geschichte, wie ich beinahe Musiker geworden wäre. Sie erzählte auch viel und wir redeten die ganze Nacht. Um halb vier trennten sich unsere Wege und sie gab mir noch ihren Namen, ihre Nummer und ein Bier aus. Frauen können auch gute Freunde sein.

Der Morgen war im Anbruch und ich entschied mich für einen Spaziergang durch den Park. Volltrunken und happy beschloss ich, mich der Natur von meiner schönsten Seite zu zeigen – ich entblößte meinen alkoholgetränkten Körper und zog in aller Ruhe durch die Wildnis. Tarzan, der König des Urwalds, Janes Nummer im Gepäck und Cheetah im Kopf. Ua-a-a-ah!

Wie ich das Schicksal forderte, ging es mir am nächsten Tag natürlich nicht sonderlich. Und wieder einmal entging mir der Sinn an all dem Partygetue. Bin ich etwa Teil eines Systems, dass jeden Tag mit dem Tod rechnet und deshalb alles ausschöpft, bis ans absolute Limit – vor Geilheit ja sogar beinahe bis in den Verkehrsunfalltod? Wo bleibt die Vernunft!?

Von soviel gedanklicher Anstrengung überfordert, entschied ich mich für ein Video. Beim anschauen schlief ich ein und träumte ich wäre in einem Wald unter Wasser. Wie ein Fisch konnte ich durch die Bäume schwimmen, in ihnen verweilen und das saftige Moos vom Boden graßen.

Ein lautes Brummen riss mich gewaltig vom Moosboden weg, zurück in die reale Welt. Meine Türklingel! Ich rannte total benommen zur Tür und öffnete sie. „Hallo, ich bin ihre neue Nachbarin.“!

„Gina!?“, sagte ich. Es war Gina (Bass) von der Band. Hinter ihr mühte sich ein älterer Herr mit einem Bettpfosten die Treppe hoch. Sie war gerade dabei einzuziehen. Ich half ihr und ihren Eltern, die restlichen Möbel in die Wohnung zu bringen. Drei Stockwerke!

Für den Abend lud sie mich zu einem Bier ein und wir verbrachten wieder viel Zeit miteinander. Was für ein Zufall, nicht war!?

Ja so war das mit der Tag Cloud (siehe links; Stand: 20.2.2012)…



Die Sonne strahlt wie Fukushima!

Lasst uns gerne darüber reden, aber lasst uns die Dinge beim Namen nennen. Atomkraft birgt das Risiko der unkontrollierten Kernschmelze, welche als größter anzunehmender Unfall eingestuft wird. GAU ist kein Emoticon. GAU ist, wenn die Kacke so sehr am dampfen ist, dass sich keiner mehr ins Klo traut.

Unsere Energieversorgung hat uns ohnehin schon fest im Griff. Schämt euch doch mal endlich! Und Der Spiegel titelt: „Unser feindlicher Planet“, kontert online dann aber mit „Das Ende des Atomzeitalters – Fukushima 12.März 2010, 15.36 Uhr“. Da steigt der Puls beim Gedanken an den schlampigen Verleger, der auch als Manager im Atomkraftwerk arbeiten und auf Mutter Natur scheißen könnte.

Die Kacke stinkt aber jetzt schon recht saftig. Sofort kommt Frau Merkel und lässt deutsche AKW’s kontrollieren. Ja haben die bei der Diskussion über Laufzeitverlängerungen nichts kontrolliert? Wird das hoffentlicht nicht schon seit Inbetriebnahme regelmäßigst unternommen? Ja wo leben wir denn? Schämt euch doch mal endlich!

Dann wären da außerdem noch die vielen Endlager, in denen der radioaktive Müll aus den Kernkraftwerken lagert. Die kosten uns zusätzlich viel Geld und stellen auch ohne Erdbeben ein ständiges Risiko dar. In unserer nächsten Entfernung schlummern rostende gelbe Fässer mit strahlendem Material in alten Bergbaustollen, die wohl zwangsläufig einstürzen und deshalb scheinheilig für Milliarden von Euro in Stand gehalten werden. Muss das sein?

Ich hoffe wirklich sehr, dass dieses Thema endlich zu den baldigen Akten gelegt werden darf! Das wäre wirklich spitze Leute! Es gibt genügend Alternativen, die regional für beste Erträge sorgen und dadurch auch von übermächtigen Energieversorgern unabhängig machen sollten.



Kommt euch das bekannt vor?

Also Leute, meine Rede: „Das was das Leben so schön macht, ist das Leben an sich und nicht das, was danach kommt!

Es gibt zwei Wege, unsterblich zu werden. Den Weg der guten und den Weg der schlechten Erinnerung an einen. Den schlechten Weg zu gehen ist ganz einfach und geht rasend schnell. Hass und Abscheu sind relativ einfach zu erregen und haben eine verdammt lange Lebensdauer. Aber wer damit Leben will, wird nicht glücklich im Leben sein. Im schlechtesten Fall entsteht aus der erzeugten Isolation ein Wahnsinn um die fehlende Zwischenmenschlichkeit zu kompensieren. Und dann? Dann kann gehofft werden, dass es höchstens nur eines Opfers bedarf, um dem Wahnsinn ein Ende zu machen. Dennoch ist die Verlockung groß, denn Anti-Helden haben große Attraktivität – zu jeder Zeit, noch bis Zufriedenheit gerecht verteilt ist (womit mit Sicherheit keine abstruße Utopie gemeint wäre). Charly Manson, Adolf Hitler, Che… Alle haben andere Menschen auf dem Gewissen. Jeder hat seinen Fan-Club. Besonders die, deren Ideen von ihren Fans als sehr ‚human‘ bezeichnet werden. Haha, ihr Spaßvögel… ‚Normalhumandenkende‘ werden sie jedoch für immer mit Hass und Abscheu belegen.

In guter Erinnerung zu bleiben, ist hingegen verdammt anstrengend und oftmals sinndienlicherweise nur selten von Aufmerksamkeit verfolgt. Aber es ist der Weg zur Zufriedenheit. Im Leben. Nicht erst mit Eintritt der ewigen Ruhe. Wie denn nun der Weg der guten Erinnerung ausschaut? Das weiß doch jeder. Wurde doch schon so viel drüber geschrieben. Wer noch nie was darüber gelesen hat, kann sich ja mal Gedanken machen. Oder mal was lesen oder besser noch mit anderen darüber reden.

Und jetzt der Clou am ganzen Leben: Jeden Tag, ohne Grund, ohne Zögern kann zwischen den Wegen geswitcht werden. Das gilt für alle und ist auch von allen machbar. Wie ihr euch entscheidet ist leider eure Sache, aber behauptet später nicht, ihr hättet nie die Wahl gehabt oder nie die Chance bekommen, euch zu ändern! Denn davon könnt ihr euch danach auch nichts mehr kaufen…

Und wer mir jetzt vorwirft, ich würde große Töne kotzen, weil das alles gar nicht so einfach sei, der sollte sich mal anschauen auf seinem Thron der Einsamkeit und raffen, dass es das Leben so verdammt wert ist, dafür ohne Unterlass zu kämpfen! Leute, wer vom Pferd gefallen ist, der klopft sich den Dreck vom Rücken und vom Arsch, schaut dem Pferd tief in die Augen, steigt wieder auf und schreit, ‚jetzt erst recht!‘. Und Leute, wenn ihr nicht wisst, wie man ‚reitet‘ dann fragt einen der sieben Milliarden anderen Menschen, die größtenteils auch schon Zig-Mal vom Pferd gefallen sind. Ihr wisst ja – Zwischenmenschlichkeit! Und keiner beißt euch den Kopf ab…

So, und wer mir noch vorwerfen will, dass ich ein romantischer Arschkriecher mit utopischen Vorstellungen und übertolleranter Anschauung bin, weil ich jedem die Chance zuspreche, sich zu ändern, der sollte nochmals darüber nachdenken, wie einfach Hass zu empfinden ist, und dass auch ich Hass für die empfinde, die mir schuldhaft weh getan haben. Das haben sie verdient. Ich belege solche Leute dann mit dem, was sie wirklich straft – ich belege sie mit Vergessenheit. Nicht ihre Taten, aber ihre Person. Die Taten, die Empfindungen dadurch werden bleiben. Sie sollen mahnen. Wer einem anderen Menschen schuldhaft weh tut, wird sich so eine weitere Chance verbauen, ewig in Erinnerung zu bleiben – ‚unsterblich‘ zu werden.“.

Das war meine Rede. Ich weiß, es kommt einem irgendwie bekannt vor. Wurde ja aber echt schon tausendmal gesagt. Die meisten haben aus dem ganzen – trotz Abraten – einen Kult gemacht. Viele denken sogar, es wäre allein der Kult, der das ganze Leben besser macht. Aber wir haben doch nur eines! Kein Buch der Welt kann es uns zurück geben, wenn es dann zu spät ist.