mal sehen


Der Mann, der Popel und das Paper

Neulich fuhr ich mit dem Bus nach Hause. Es war ein langer Zieharmonikabus, auf dessen linker Seite gleich nach dem Drehgelenk zwei Sitze parallel zur Wand stehen. Ich setze mich meistens auf diese, wenn sie frei sind, da ich von dort aus, nach links und rechts den ganzen Bus und die Fahrgäste beobachten kann. Und genau das tat ich dann auch.

Direkt vor mir saß ein Mann, der ein Hemd mit Krawatte und schwarze Anzughosen trug. Er hätte Bänker, für den Ein- oder Verkauf zuständig, Wirtschaftsberater oder Manager sein können. Plötzlich schob er seinen Zeigefinger in die Nase. Der Finger drehte sich im Innern ein paar Mal herum. Der Mann zog den Finger wieder heraus, betrachtete die Spitze aufmerksam, konnte jedoch nichts entdecken.

Also widmete er sich wieder einem umfangreichen Paper, welches er bei sich hatte. Ich schätzte sein Alter auf Anfang bis Mitte dreißig. Er las das Paper und schien von den Menschen um sich herum keine Notiz zu nehmen. Sein Gesichtsausdruck war vollkommen emotionslos, fast schon abwesend. Ab und zu richtete sich sein Blick aus dem Fenster. Dann begann er wieder den Finger in der Nase auf Expedition zu schicken. Dieses Mal mit Erfolg!

Als er den Finger wieder aus der Nase herauszog, fixierte er den Fund gleich mit dem Daumen. Er hielt die Fingerspitze nah vor die Augen und betrachtete seine Ausbeute. Mit Daumen und Zeigefinger formte er eine Kugel aus dem, was sich gerade noch klebrig an seinen Nasenschleimhäuten befand. Dann schnippte er diese auf seine offene Handfläche. Jetzt konnte er den Popel von allen Seiten begutachten.

Mit dem Zeigefinger rollte er die Kugel ein paar Mal auf der Handfläche hin und her. Seine ausdruckslosen Augen verfolgten jede Position des Popels. Mit einem Blick aus dem Fenster jedoch, lies er diesen einfach auf den Boden fallen. Ein kurzer Check, ob die Hand wieder sauber war und er laß weiter in seinem Paper. Nachdem er einen Absatz gelesen hatte, schaute er wieder aus dem Fenster, wandte sich dann zurück zum Paper und laß den gleichen Absatz nocheinmal, wobei er das gesamte Paper näher an die Augen brachte. Dann schien er ihn verstanden zu haben, denn er blätterte um auf die nächste Seite.

Ich fragte mich, ob er wohl Bänker, für den Ein- oder Verkauf zuständig, Wirtschaftsberater oder Manager ist. Letztendlich kam ich zu dem Schluss, dass er wohl vor allem eines ist: alleine.

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Die Sonne strahlt wie Fukushima!

Lasst uns gerne darüber reden, aber lasst uns die Dinge beim Namen nennen. Atomkraft birgt das Risiko der unkontrollierten Kernschmelze, welche als größter anzunehmender Unfall eingestuft wird. GAU ist kein Emoticon. GAU ist, wenn die Kacke so sehr am dampfen ist, dass sich keiner mehr ins Klo traut.

Unsere Energieversorgung hat uns ohnehin schon fest im Griff. Schämt euch doch mal endlich! Und Der Spiegel titelt: „Unser feindlicher Planet“, kontert online dann aber mit „Das Ende des Atomzeitalters – Fukushima 12.März 2010, 15.36 Uhr“. Da steigt der Puls beim Gedanken an den schlampigen Verleger, der auch als Manager im Atomkraftwerk arbeiten und auf Mutter Natur scheißen könnte.

Die Kacke stinkt aber jetzt schon recht saftig. Sofort kommt Frau Merkel und lässt deutsche AKW’s kontrollieren. Ja haben die bei der Diskussion über Laufzeitverlängerungen nichts kontrolliert? Wird das hoffentlicht nicht schon seit Inbetriebnahme regelmäßigst unternommen? Ja wo leben wir denn? Schämt euch doch mal endlich!

Dann wären da außerdem noch die vielen Endlager, in denen der radioaktive Müll aus den Kernkraftwerken lagert. Die kosten uns zusätzlich viel Geld und stellen auch ohne Erdbeben ein ständiges Risiko dar. In unserer nächsten Entfernung schlummern rostende gelbe Fässer mit strahlendem Material in alten Bergbaustollen, die wohl zwangsläufig einstürzen und deshalb scheinheilig für Milliarden von Euro in Stand gehalten werden. Muss das sein?

Ich hoffe wirklich sehr, dass dieses Thema endlich zu den baldigen Akten gelegt werden darf! Das wäre wirklich spitze Leute! Es gibt genügend Alternativen, die regional für beste Erträge sorgen und dadurch auch von übermächtigen Energieversorgern unabhängig machen sollten.