mal sehen


Ein wichtiges Thema!

Ein wichtiges Thema, nicht von mir erläutert, aber in Hinblick auf das was kommen kann, sehr im Sinne dieses Blogs. Wenn man so will, betreibe ich auf diesem Blog ja nebenbei so etwas wie Verhaltensforschung. Indem ich von anderen Menschen und mir und uns und deren Verhalten in bestimmten Situationen erzähle, möchte ich zumindest ein bisschen in Aussicht stellen, dass sich Menschen nicht nur menschlich, sondern manchmal auch verdammt gut verhalten. Und dass der Umgang mit diesem Verhalten, egal ob gut oder schlecht, nicht zu Fehlreaktionen führen sollte, sondern zu einer besonnenen und über alles erhabenen Gegenaktion.

Gutmenschlich mag man das nennen, humanistisch oder gar töricht. Aber über eines scheinen sich wohl alle, insbesondere die Geschichte der Menschheit, einig zu sein: Frieden wird nicht durch Krieg gewonnen. In Anbetracht des Individuums ist zudem klar, dass wir in einer Zeit der Selbstverwirklichung, der Selbstreflexion und der dazu erforderlichen Harmoniesuche leben. Wie soll in Phasen der Aggression Zeit für erstere zu finden sein, wenn Kopf und Körper unter Stress stehen?

Dauerstress wirkt sich nachweislich bei den meisten Menschen schlecht aus. Ventile müssen her. Aggressionen, Magengeschwüre und so weiter und so fort. Ein Teufelskreis entsteht, der sich über das Netz der Begegnungen auf die Gesellschaft ausbreitet.

Dazu eine kurze Geschichte meines Freundes aus Gambia in Afrika: Er sagte mir neulich, „wenn er hat Stress mit einer Person, er rennt weg. Wenn hier alle gestresst von Arbeit, von Geld, dann du kannst nicht wissen, wie dies Person drauf ist. Vielleicht sagst du deine Meinung und dies Person grad hat kein Geld oder Probleme mit Arbeit oder Frau, dann alles kann passieren. Zuviele Probleme in dies Land.“

Nun zurück zum Thema, bevor ich mich weiter über meinen Blog ausbreite…

Ein gewisser Prof.Dr.Dr. Spitzer, seines Zeichens sehr umstrittener Hirnforscher, behauptet nun, dass technische „Hilfsmittel“, wie Computer, Navigationsgeräte, Smartphones etc., dem Hirn eher schaden, als helfen. Da Herr Spitzer meiner Meinung nach sehr schlüssig und argumentativ und eben größtenteils mit meiner Meinung übereinstimment argumentieren kann, will ich auf das Interview in einer regionalen Tageszeitung hinweisen:

„Hirnforscher Spitzer sagt, was digitale Medien unseren Kindern antun.“

Ich denke, zumindest die Diskussion über Spitzers These sollte das Hirn mehr in Fahrt bringen, als ein Sudoku vor dem Schlafengehen. Ach ja, wer will, darf sich auch gerne weiter über meinen Blog ausbreiten. Ich empfehle mit dem ersten Eintrag zu beginnen…



„I Play My Enemies Like A Game Of Chess – No Stress!“

In der Oberstufe bezeichnete mich mein Deutschlehrer als lebendiges Beispiel für „stoische Ruhe“. Was mich relativ wenig bewegte. Ich saß nur da und dachte: „Awa, war das ein Lob oder ein Tadel?“.

Und da geht’s los. Viele Dinge lassen mich einfach relativ kalt. Manche Dinge erregen mich und wenige lassen mich aus der Haut fahren. Wenn mich jemand anbrüllt, geht mir das am Po vorbei…

Es gibt nur wenige Menschen, die mich so treffen, dass ich es an mich heranlasse. Meistens sind das Menschen, denen ich großes Vertrauen entgegenbringe. Grundsätzlich traue ich jedem.

Aber trauen und vertrauen sind für mich zweierlei. Das eine ist wertungsbedingt, das andere gefühlsbedingt. Während ich einschätzen kann, wann ich jemandem trauen kann, ist mein Vertrauen oft völlig blind.

Wenn ich einer Person solche naive Blindheit entgegenbringe, dann hängt für mich sehr viel daran. Dann traue und vertraue ich dieser Person zu 100 Prozent. Werde ich im Trauen enttäuscht, unterliege ich also einer wertungsmäßigen Fehleinschätzung, dann misstraue ich zunehmend.

Meinem Vertrauen tut dies zunächst keinen Abbruch. Auf der Gefühlsseite gebe ich also immernoch 100 Prozent. Trotz erhötem Misstrauen bleibe ich noch ruhig, weil ich emotional nicht berührt bin. Emotional berührt werde ich nur, wenn man mein Vertrauen missbraucht. Erst wenn dann mein Misstrauen in beiderlei Hinsicht zunimmt, fühle ich mich so eingeengt, dass ich auch emotional reagiere.

Und plötzlich kommt wieder mein Bedürfnis nach Ruhe zur Geltung, weshalb ich, um diesen Zustand wiederherzustellen, sehr schnell meine Aggressionen verliere und versuche, mich auf sachlicher Ebene damit auseinander zu setzen. Da ich Ruhe und Harmonie bevorzuge und versuche, eine Lösung des Problems zu finden, kehre ich zur Ruhe zurück und beschäftige mich verbal mit dem Problem.

Das geschieht alles nicht bewusst, weil ich es mir einrede und weil ich es will, sondern vollkommen unterbewusst. Manchmal wünsche ich mir, etwas impulsiver zu sein. Nicht dass ich mit meiner Ruhe nicht auch andere anstecke und deeskalierend wirke. Sondern weil Nachdenken Zeit kostet, ich letztlich zu dem Schluss komme, dass ich auch spontan genauso reagiert hätte, es dann aber oft zu spät für diese Reaktion ist. Außerdem ist der Kick von Impulsivität durchaus reizend, was jeder Alkoholkonsument bestätigen wird.

Ansonsten bin ich wohl die Personifizierung der stoischen Ruhe. Regt mich ehrlich gesagt nicht großartig auf…



Accept The Difference

Heute hatte ich mal wieder eines dieser „philosophischen“ Gespräche. Noch vor wenigen Jahren habe ich mich darüber geärgert, wenn jemand solche Gespräche philosophisch genannt hätte, aber durch Diskussion zu einer Erkenntnis zu gelangen, ist wohl einfach nichts anderes. Egal, es geht ja um das Thema des Gesprächs.

Wir hatten es von Menschen, die nicht akzeptieren können, dass es Menschen gibt, die einfach unterschiedlich sind. Wenn wir mal genau hinschauen, dann können wir uns da auch an die eigene Nase fassen. Vorallem wenn es darum geht, dass andere Menschen andere Vorstellungen vom Glücklichsein haben.

In unserem Gespräch ging es darum, dass meiner Gesprächspartnerin nicht gegönnt wurde, dass sie ihr Glück auf die nicht ganz so konservative Art und Weise gefunden hat. Sie widerum konnte nicht verstehen, dass es Menschen gibt, die einen konservativen Rahmen brauchen, um glücklich zu sein. Das macht keinen besser oder schlechter, klüger oder dümmer, dass zeigt lediglich, dass es unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnisschwerpunkten gibt.

Wenn wir auf jemanden wütend sind oder jemanden einfach nicht leiden können, dann fällt es uns schwer, demjenigen sein Glück zu gönnen, weil wir uns (un-)komischerweise besser fühlen, wenn es dieser Person schlecht geht. Manchmal ist es sogar so, dass wir am Glück der anderen zweifeln, obwohl es deutlich auf der Hand liegt, nur weil es nicht unserem Glücksempfinden entspricht.

Aber solange jemand glücklich ist, sollten wir das akzeptieren, da dieses Glück auch uns zu Gute kommen kann. Auch wenn man die Floskel „Accept the Difference“ weit verstehen kann, so sollten wir aber nicht jeden Unterschied einfach so hinnehmen. Schließlich gibt es Menschen, die Glück, oder nennen wir es Befriedigung, dadurch erreichen, dass sie anderen Menschen weh tun. Das geht nicht. Inakzeptabel.

Und da müssen wir uns alle an die eigene Nase fassen, weil jeder von uns schon einmal inakzeptabel gehandelt hat. Bei kleinen Kindern sagt man noch, sie können so brutal sein und tolleriert es. Kinder sollen ja auch noch lernen und jeder soll die gleichen Chancen bekommen, seine eigenen Erkenntnisse aus seinen eigenen Erfahrungen machen zu dürfen. Aber als Erwachsene, als „vernünftige“ Erwachsene, sollten wir manchmal über unseren Schatten springen können, und anderen ihr Glück gönnen – andere als das akzeptieren, was sie sind: anders als wir selbst.

Für mich war das schon immer klar, für euch sicher auch. Wenn das mal nicht so klar ist, dann muss man es sich wieder in den Kopf rufen und akzeptieren, dass man selbst auch Fehler macht und dass andere das auch machen. Man akzeptiert andere nicht immer und man wird von anderen nicht immer akzeptiert. So what!? Kein Grund es bleiben zu lassen…



Was hindert uns daran, andere so zu behandeln, wie wir selbst behandelt werden möchten?
April 4, 2012, 5:30 pm
Filed under: Gedanken, Mal sehen | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Diese Frage würde ich gerne in einer Art Diskussion beantworten. Also seid ihr alle herzlich dazu eingeladen, eure Meinung dazu zu schreiben.

Zunächst aber meine eigenen Überlegungen:

Was hindert uns daran, andere so zu behandeln, wie wir selbst behandelt werden möchten?

Bevor ich auf Hinderungsgründe eingehe, will ich versuchen, zu skizzieren, wie ich gerne behandelt werden möchte. Und ich denke, viele Menschen wollen ähnlich oder gleich behandelt werden.

Ich selbst möchte gut behandelt werden. Was heißt gut und warum gut?

Also mein Verständnis vom Sinn des Lebens ist, dass ich ein glückliches und zufriedenes Leben führe. Zum einen will ich, dass meine Grundbedürfnisse gestillt sind, zum anderen will ich dabei ein gutes Gefühl haben, also rundum glücklich sein.

Zu den Grundbedürfnissen gehören z.B. körperliche Grundbedürfnisse, Sicherheit und soziale Beziehungen. Körperliche Grundbedürfnisse sind banal gesehen die Atmung,Wärme, Trinken, Essen, Schlaf. Unter Sicherheit fallen Unterkunft, Gesundheit, Schutz vor Gefahren und Ordnung. Soziale Beziehung umfassen Freundeskreis, Partnerschaft, Liebe, Nächstenliebe, Sexualität, Fürsorge und Kommunikation. In der Psychologie werden vier Grundbedürfnisse aufgezählt: Bindungsbedürfnis, Bedürfnis nach Orientierung und Kontrolle, Bedürnis nach Selbstwerterhöhung und Selbstwertschutz, Bedürfnis nach Lustgewinn und Unlustvermeidung. (Quelle: Wikipedia Grundbedürfnis)

Manche dieser Ziele kann ich natürlich ganz egoistisch im Alleingang erreichen. Dafür beschneide ich aber andere Grundbedürfnisse, die ich durch eine egoistische Bedürfnissstillung behindere. Einfach ausgedrückt, was habe ich von all dem Spaß, wenn ich ihn nicht mit jemandem teilen kann?

Ich unterteile deshalb in Glück und Zufriedenheit. Zufriedenheit sind all die Bedürfnisse, die ich auch egoistisch erreichen kann. Also körperliche Grundbedürnisse und Bedürfnisse der Sicherheit, bzw. das Bedürfnis nach Orientierung und Kontrolle und das Bedürfnis nach Selbstwertehöhung und Selbstwertschutz. Bei genauer Betrachtung stellt man aber bereits fest, dass selbst diese egoistischen Bedürfnisse nur durch Stillung der Glücks-Bedürfnisse zufriedenstellend sind. Wie soll ich in anbetracht psychosomatischer Auswirkungen körperlich zufrieden sein, wenn ich Stress mit anderen Menschen habe? Wie soll mein Bedürfnis nach Sicherheit und Ordnung gestillt sein, wenn ich weiß, dass ich Feinde habe? Wie soll ich volle Kontrolle erreichen, wenn ich weiß, dass es Leute gibt, die meine Kontrolle unterwandern?

Glück und Zufriedenheit geben sich also die Klinke in die Hand und sind voneinander abhängig. Aus eigener Erfahrung kann ich dies nur bestätigen.

Jetzt sieht man ja bereits, dass die eigenen Bedürfnisse von anderen abhängig sind. Was ebenfalls nicht von der Hand zu weisen ist, ist dass jeder Mensch solche Grundbedürfnisse hat und jeder diese Bedürfnisse stillen möchte.

Daraus ergeben sich einfache Verhaltensweisen, die uns Menschen auf Grund unserer evolutionären Entwicklung immanent sind. Interpretiert man zum Beispiel Teile der Bibel als sozialen Verhaltensratgeber, so könnte man die zehn Gebote als recht sinnvoll erachten. Andererseits sind diese sicherlich von damaligen Moralvorstellungen geprägt und lassen menschliche (animalistische) Bedürfnisse außer Acht. Solche Moralvorstellungen begegnen uns aber auch bei der heutigen Interpretation von Bedürfnissen. Hier ist ganz klar von erlernter und angeborener Moral zu unterscheiden. Hier ist zum Beispiel darauf hinzuweisen, dass bereits Kinder das Töten anderer nicht gut finden, oder dass Altruismus auch bei Tieren und Kleindkindern vorhanden ist.

Ich hoffe, ich konnte jetzt kurz, aber nachvollziehbar darstellen, warum die Stillung meiner Grundbedürfnisse in mir das einfache Bedürfnis erwecken, gut behandelt zu werden.

Nun dazu, wie man erreicht, gut behandelt zu werden. Wer ein Restaurant besucht oder eine Dienstleistung in Anspruch nimmt, erwartet, gut behandelt zu werden. Aber auch bei alltäglichen Begegnungen mit Fremden, hat man solche Erwartungen.

Was ist eine gute Behandlung? Am einfachsten ist die Antwort wohl, wenn man die schlechten Behandlungsmöglichkeiten ausgrenzt. Will man angestresst werden? Will man einen unfreundlichen Blick kassieren? Will man beleidigt werden? Kurz, will man respektlos behandelt werden? Nein. Respektlos behandelt zu werden macht nicht glücklich. Will man belogen werden? Will man gespielte oder geheuchelte Sympathie ernten? Will man verarscht werden? Kurz, will man unehrlich behandelt werden? Nein, unehrlich behandelt zu werden macht ebenfalls nicht glücklich.

Fazit ist also, ich will respektvoll und ehrlich behandelt werden.

Ich muss also die Menschen in meinem Umfeld und auch Fremde dazu bringen, mich respektvoll und ehrlich zu behandeln. Die Ehrlichkeit setzt voraus, dass der Respekt nicht geheuchelt ist und der Respekt erfordert, mit Ehrlichkeit auf mich zuzugehen. Erzwungener Respekt und erzwungene Ehrlichkeit widersprechen also meiner Meinung nach den beiden Anforderungen, da sie sich gegenseitig einschließen. Respekt durch Terror zu erzwingen bedeutet, den anderen zum Lügner zu machen, weil der Respekt nicht auf ehrlicher Sympathie beruht, sondern auf Selbstschutz.

Ich kann wohl kaum davon ausgehen, dass mir Ehrlichkeit und Respekt entgegengebracht werden, wenn ich nicht ebenso Respekt und Ehrlichkeit entgegenbringe. Sowieso muss ich davon ausgehen, dass meine Mitmenschen auf mich reagieren. Am Beispiel des Restaurants würde man sagen, der Kellner war so unfreundlich, dass ich ihm kein oder wenig Trinkgeld gebe. Beziehungsweise, der Kellner war so super, dass ich gerne Trinkgeld gebe.

Denn wie bereits erläutert, stillt eine gute Behandlung die Grundbedürfnisse. Werden diese gestillt, nehmen Glück und Zufriedenheit zu. Ist man glücklich und zufrieden, strahlt man dieses auch nach außen aus. Wie wichtig diese Ausstrahlung ist, sieht man daran, dass allein die Kommunikation zwischen den Menschen größtenteils non-verbal funktioniert. Wie ich also den anderen gegenübertrete, wie ich sie behandle, ist ausschlaggebend dafür, wie sie mich wahrnehmen, ob sie sympathisieren oder meiner Person aus dem Weg gehen möchten, weil sie eine Störung ihrer eigenen Grundbedürfnisse fürchten.

Ein einfaches Beispiel für eine solche positive non-verbale Ausstrahlung ist das Lächeln. Lächeln macht glücklich. Wer dazu gerne mehr erfahren will, findet eine nette Zusammenstellung auf Brigitte.de! Hehe. Nicht umsonst wird Verkäufern gesagt, dass sie möglichst lächelnd kassieren sollen. Die Körpersprache ist aber nur ein Teil, wie man positiv mit anderen umgehen kann, um wiederum selbst gut behandelt zu werden. Je enger eine Beziehung zwischen zwei Menschen ist, desto häufiger und expliziter müssen Respekt und Ehrlichkeit zum Ausdruck gebracht werden, um die Enge, das Vertrauen, aufrecht zu erhalten. Wird man also ständig nur beschimpft oder als Lügner bezeichnet, verliert man schnell die Lust, sich respektvoll und ehrlich zu verhalten.

So denke ich, müsste einfach ausgedrückt klar sein, warum es sinnvoll ist, andere so zu behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte.

Was hindert und also daran? Warum behandeln manche Menschen andere schlecht? Worin liegt deren Motivation?

Zuerst muss man als Hindernis wohl Erkrankungen nennen. Diese können sowohl psychischer als auch physischer Art sein. Da solche Erkrankungen ein wenig mehr Platz in Anspruch nehmen, spare ich mir einzelne Aufzählungen und bleibe bei einem bekannten Beispiel. Wer einen Mangel in der Wahrnehmung hat, kann sich nicht sicher sein, woran er beim andern ist und wird deshalb seine Selbstschutzmechanismen nutzen. Dies ist bei Alkohol oft der Fall, der die Wahrnehmung stark verändert. Betrunkene reagieren oftmals überzogen auf Dinge, die sie verfälscht wahrnehmen und denen sie dann alkoholbedingt eine falsche Gewichtung zuordnen.

Psychologisch wichtig sind Traumata und Depressionen. Erlebnisse, die einschneidende Erfahrungen waren und nicht bewältigt wurden. Durch sie findet quasi eine Umgewichtung der Grundbedürfnisse statt. Daraus können also auch Erwartungen an soziale Grundbedürfnisse verzerrt werden. Erwartungen an die Mitmenschen, Toleranzen und Launen können verändert sein.

Zum zweiten hängt eine Schlechtbehandlung auch von Erziehung und Erfahrung ab. Uns wurden mit Sicherheit gewisse Maßstäbe beigebracht, an denen wir messen, ob wir jemanden respektieren sollen oder ob nicht. Hier spielen wieder Moralvorstellungen und Werte eine große Rolle. Jemand, der gelernt hat, dass das Dienstpersonal minderwertig ist, wird diesem schwerlich mit vollem Respekt gegenübertreten. Wer HartzIV-Empfänger für faul hält, wird sie nicht so respektieren, wie einen erfolgreichen Arbeitnehmer. So kann zum Beispiel die Bewertung einer Eigenschaft an der einen Person positiv und an einer anderen Person negativ stattfinden, obwohl die Eigenschaft vollkommen gleich ist und zudem nicht einmal Charakterbestimmend.

So!

Soviel mal vorerst zu meiner Meinung. Ich würde mich über andere Meinungen sehr freuen. Behandelt mich gut! Hehehe… Spaß, ich denke mein Karma-Konto sieht ganz gut aus. Auf das Thema bin ich übrigens durch Politik gestoßen.

Vielleicht bieten sich durch die Diskussion also auch Gedanken zur Überwindung solcher Hindernisse an. Utopie…?



MeMyselfAndEye im Interview

Heute Morgen gab ich ein Interview für Kessi Kolumna, der Tochter der berühmten Elefantenflüsterin. Sie war sehr freundlich, intelligent und hübsch noch dazu. Nachdem wir über mich und meine Person und Motivation geredet hatten, gab sie mir die Chance, ihr ein paar Fragen zu meinem letzten Artikel zu stellen.

Kessi K.: Reden wir doch gerne mal über deinen letzten Artikel. Ich finde es voll krass wie du immer wieder im Kreis denkst beim Schreiben. Und natürlich würde mich noch interessieren, ob die Geschichte denn fiktiv oder real ist.

MeMyselfAndEye: Wie meinst du das, im Kreis?

Kessi K.: Naja, es ist irgendwie ziemlich sprunghaft, ziemlich gedankenecht würde ich sagen.

MeMyselfAndEye: Ok. Konntest du dem Text folgen? Also ich kann, aber ich hab’s ja auch geschrieben/gedacht. Ich weiß nur nicht, wie andere das lesen…

Kessi K.: Naja, dem Text… „dem Text“… Also ich muss sagen, dass mir Gedankensprünge nicht viel ausmachen, aber ich glaube generell lässt man sich davon leicht irritieren.

MeMyselfAndEye: Ok… Hmmm. Dabei folgt alles einem Gedanken – habe ich gedacht.

Kessi K.: Ja schon, nur wir verarbeiten Informationen beim Lesen anders als wir sie beim Denken produzieren.

MeMyselfAndEye: Schon. Gibt es „Momente“ in denen du Emotionen spürst? Also im Text?

Kessi K.: Hauptsächlich da wo du rhethorische Fragen stellst und viele Adjektive benutzt, würde ich sagen. Und wo die Sätze länger werden.

MeMyselfAndEye: Hoppla! Ein Frage noch bitte: was findest du voll scheiße daran? Es tut mir leid, wenn ich das Interview an dieser Stelle umdrehe, aber ich brauche mal Kritik, sonst weiß ich nie, was gut ist und was schlecht.

Kessi K.: Voll scheiße find ich nichts, weil es halt nur ein anderer Schreibstil, dein Schreibstil ist, aber ich find es ist ein bisschen abgehackt am Anfang, so plötzlich. Aber ich habe des Gefühl, dass es Absicht ist – es macht einen auch gleich aufmerksamer beim lesen, aber es fällt eben schwerer in den Text reinzukommen.

MeMyselfAndEye: Ok! Das gefällt mir! Jetzt also ob die Geschichte real ist oder nicht?

Kessi K.: Ja?

MeMyselfAndEye: Ich hatte schon mal eine Trennung, die so begründet war. Aber eigentlich will ich damit sagen, dass der Grund für eine Trennung eben einfach nur der ist, dass das Herz nicht mehr lodert. Dass das aber auch die einzige faire und echte Begründung ist und dass man diese akzeptieren muss.

Kessi K.: Da gebe ich dir recht.

MeMyselfAndEye: Danke.

Kessi K.: Aber ich finde andererseits ist es halt oft die Begründung, die am schwersten zu verstehen ist, weil man es nicht irgendwie erklären oder nachvollziehen kann.

MeMyselfAndEye: Da gebe ich dir wiederum recht! Diesen Gedankengang habe ich ebenfalls versucht, mit in den Text zu bringen. Auch die Wut, die so eine Begründung dann erzeugt und die Hilflosigkeit, wenn selbst die Vernunft nicht mehr greift, weil sie nicht der Wahrheit entspricht. Setzt sich das Bild so ein bisschen besser zusammen?

Kessi K.: Gefühle verstehen zu wollen ist halt der Widerspruch schlechthin.

MeMyselfAndEye: Ja, schon. Deshalb akzeptiere ich einfach das Gefühl an sich und spreche ihm unantastbare Wahrheit zu. Sozusagen. So wie mit der Geschmackssache auch.

Kessi K.: Alles andere würde einen dann glaube ich auch nicht weiterbringen.

MeMyselfAndEye: Ja, es kann einen sogar verrückt machen.

Nachdem ich für mehrere Sekunden gedankenversunken aus dem Fenster geblickt hatte, bedankte sich Kessi Kolumna für das Interview und verabschiedete sich zu ihrem nächsten Termin. Ich bedankte mich ebenfalls und ging nach draußen an die frische Luft.



Kommt euch das bekannt vor?

Also Leute, meine Rede: „Das was das Leben so schön macht, ist das Leben an sich und nicht das, was danach kommt!

Es gibt zwei Wege, unsterblich zu werden. Den Weg der guten und den Weg der schlechten Erinnerung an einen. Den schlechten Weg zu gehen ist ganz einfach und geht rasend schnell. Hass und Abscheu sind relativ einfach zu erregen und haben eine verdammt lange Lebensdauer. Aber wer damit Leben will, wird nicht glücklich im Leben sein. Im schlechtesten Fall entsteht aus der erzeugten Isolation ein Wahnsinn um die fehlende Zwischenmenschlichkeit zu kompensieren. Und dann? Dann kann gehofft werden, dass es höchstens nur eines Opfers bedarf, um dem Wahnsinn ein Ende zu machen. Dennoch ist die Verlockung groß, denn Anti-Helden haben große Attraktivität – zu jeder Zeit, noch bis Zufriedenheit gerecht verteilt ist (womit mit Sicherheit keine abstruße Utopie gemeint wäre). Charly Manson, Adolf Hitler, Che… Alle haben andere Menschen auf dem Gewissen. Jeder hat seinen Fan-Club. Besonders die, deren Ideen von ihren Fans als sehr ‚human‘ bezeichnet werden. Haha, ihr Spaßvögel… ‚Normalhumandenkende‘ werden sie jedoch für immer mit Hass und Abscheu belegen.

In guter Erinnerung zu bleiben, ist hingegen verdammt anstrengend und oftmals sinndienlicherweise nur selten von Aufmerksamkeit verfolgt. Aber es ist der Weg zur Zufriedenheit. Im Leben. Nicht erst mit Eintritt der ewigen Ruhe. Wie denn nun der Weg der guten Erinnerung ausschaut? Das weiß doch jeder. Wurde doch schon so viel drüber geschrieben. Wer noch nie was darüber gelesen hat, kann sich ja mal Gedanken machen. Oder mal was lesen oder besser noch mit anderen darüber reden.

Und jetzt der Clou am ganzen Leben: Jeden Tag, ohne Grund, ohne Zögern kann zwischen den Wegen geswitcht werden. Das gilt für alle und ist auch von allen machbar. Wie ihr euch entscheidet ist leider eure Sache, aber behauptet später nicht, ihr hättet nie die Wahl gehabt oder nie die Chance bekommen, euch zu ändern! Denn davon könnt ihr euch danach auch nichts mehr kaufen…

Und wer mir jetzt vorwirft, ich würde große Töne kotzen, weil das alles gar nicht so einfach sei, der sollte sich mal anschauen auf seinem Thron der Einsamkeit und raffen, dass es das Leben so verdammt wert ist, dafür ohne Unterlass zu kämpfen! Leute, wer vom Pferd gefallen ist, der klopft sich den Dreck vom Rücken und vom Arsch, schaut dem Pferd tief in die Augen, steigt wieder auf und schreit, ‚jetzt erst recht!‘. Und Leute, wenn ihr nicht wisst, wie man ‚reitet‘ dann fragt einen der sieben Milliarden anderen Menschen, die größtenteils auch schon Zig-Mal vom Pferd gefallen sind. Ihr wisst ja – Zwischenmenschlichkeit! Und keiner beißt euch den Kopf ab…

So, und wer mir noch vorwerfen will, dass ich ein romantischer Arschkriecher mit utopischen Vorstellungen und übertolleranter Anschauung bin, weil ich jedem die Chance zuspreche, sich zu ändern, der sollte nochmals darüber nachdenken, wie einfach Hass zu empfinden ist, und dass auch ich Hass für die empfinde, die mir schuldhaft weh getan haben. Das haben sie verdient. Ich belege solche Leute dann mit dem, was sie wirklich straft – ich belege sie mit Vergessenheit. Nicht ihre Taten, aber ihre Person. Die Taten, die Empfindungen dadurch werden bleiben. Sie sollen mahnen. Wer einem anderen Menschen schuldhaft weh tut, wird sich so eine weitere Chance verbauen, ewig in Erinnerung zu bleiben – ‚unsterblich‘ zu werden.“.

Das war meine Rede. Ich weiß, es kommt einem irgendwie bekannt vor. Wurde ja aber echt schon tausendmal gesagt. Die meisten haben aus dem ganzen – trotz Abraten – einen Kult gemacht. Viele denken sogar, es wäre allein der Kult, der das ganze Leben besser macht. Aber wir haben doch nur eines! Kein Buch der Welt kann es uns zurück geben, wenn es dann zu spät ist.