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Eine Geschichte meines Großvaters

Als kleiner Junge sprach mein Opa sehr oft zu mir über sein Leben. Bevor mein Opa das Studium der evangelischen Glaubenslehre begann, war er Bomberpilot unter Adolf Hitler. Nach dem Krieg arbeitete er hier und dort, bis er sich im Klaren über seine Berufung war.

Während er mir Bilder seiner Dienstzeit, seines Flugzeugs und seiner Reisen zeigte, erzählte er mir seine erschreckenden Geschichten über den zweiten Weltkrieg. Eines Tages wurde ihm befohlen, mit seiner Manschaft einsatzbereit im Flugzeug zu warten, bis weitere Instruktionen folgen sollten. Er trommelte seine Männer zusammen, außer dem glücklichen Erwin, der für die Wartung der Fallschirme und die Sicherheit an Bord zuständig war, und zwei Tage zuvor seinen Fronturlaub angetreten hatte. Stattdessen meldete sich ein junger Gefreiter zu seinem ersten Einsatz. So gingen die Männer also zum Flugzeug und machten sich, jeder auf seinem zugeteilten Platz, bereit für den Abflug. Die Bomben mit den Sprengsätzen wurden von den Technikern an Bord gebracht. Ganze 14 Stunden mussten sie warten, bis der Befehl zum Abflug erteilt und das Ziel bekannt gegeben wurde. Es war kurz nach Mitternacht und draußen war es dunkel.

Mein Opa und die Mannschaft machten sich startklar. Dem jungen Gefreiten wurde befohlen, ruhig sitzen zu bleiben, da er die routinierten Männer nur aufhalten würde. Keine fünf Minuten nach Einsatzbefehl war die Maschine in der Luft, auf dem Weg zu einer Stadt im Osten Frankreichs. Während das Flugzeug dem Ziel näher kam, stieg die Nervosität an Bord. Zwar waren alle, bis auf den Gefreiten, schon viele solcher Einsätze geflogen, aber jeder der Männer, die im Krieg bereits starben, taten dem gleich. Können und Erfahrung waren nichts wert, wenn man unter starkem Abwehrbeschuss stand. Eine Kugel in den Tank reichte aus, um das Leben von mehreren Männern auszulöschen. Vorne im Cockpit konnte mein Opa die anderen hören, wie sie Gebete und sich gegenseitig Mut und Hoffnung zu sprachen. Dann sah er die Lichter der Stadt und die ersten Explosionen, verursacht von gleichgesinnten Bombern, die wie sie den gleichen Befehl erhielten. Der Lärm des Kampfes drang nun bereits bis zum Flugzeug und die Lichtblitze erhellten den Innenraum. Der Soldat am Maschinengewehr machte sich auf den Weg in die Kanzel am unteren Teil der Maschine. Die Männer, die für den Abwurf der Bomben zuständig waren, überprüften nochmals alle Rohre und Zündköpfe. Nur der junge Gefreite blieb regungslos auf seinem Platz und klammerte sich, schweißüberströmt, an den Sitz.

Die ersten Flakgeschosse brausten mit einem grellem Pfeifen vom Boden in den Himmel und hinterließen Rauchspuren, bis sie mit einer gewaltigen Wucht und einem hellen Feuerball in tausende Splitter zerfetzt wurden, die ihrerseits rasend schnell durch die Luft schnitten. Der Lärm war ohrenbetäubend. Über dem Ziel angekommen warfen die Männer die ersten Bomben ab. In der Maschinengewehrkanzel knatterte das MG ununterbrochen. Hektik und Geschrei brachen an Bord aus. Während mein Opa versuchte, die Flakstellungen am Boden ausfindig zu machen und zu umfliegen. Plötzlich ertönte ein lauter Knall und die Maschine erzitterte. Manche der Soldaten wurden zu Boden gerissen und das MG verstummte. Nach kurzer Zeit war klar, dass eine Flakrakete in der Nähe der Kanzel explodierte und den Soldaten darin in den Tod riss. Für die Besatzung ein Schock, aber nur ein kurzer, da der Einsatz und der Wille zu überleben wichtiger waren, als die sofortige Trauer um den Kameraden. Noch ein gewaltiger Knall und wieder erbebte das ganze Flugzeug. Während alle Männer zurück auf ihre Position sprangen, stand der junge Gefreite auf, ging zur Tür, riss sie auf und sprang aus dem Flugzeug heraus. Der plötzliche Druckabfall und der starke Wind im Innern der Maschine zwangen den Einsatz zu beenden. Mein Opa kehrte um. Hinter dem Sitz des Gefreiten hing noch immer dessen Fallschirm, den er nicht anlegte, weil der glückliche Erwin nicht an Bord war, um ihn einzuweisen. Ob sich der junge Mann bewusst darüber war, dass er den unausweichlichen Freitod wählte oder ob er dachte, er hätte einen Fallschirm am Rücken, weiß bis heute niemand.

Mein Opa starb vor vielen Jahren, aber viele seiner Geschichten sind mir im Kopf geblieben. Kurz nach seinem Tod träumte ich von ihm und wie wir zusammen, am Lagerfeuer sitzend, über unser Leben sprechen…



Der 16. Juli ist der „Tag der hübschen Frau“!

Ich erkläre hiermit den 16. Juli zum offiziellen „Tag der hübschen Frau“.  Ich weiß, ich hätte das durchaus früher erklären können, aber die Idee ist mir eben erst im Nachhinein gekommen. Was dahinter steckt, ist folgendes…

Jede Frau, die mir heute über den Weg gelaufen ist, hat von mir ein Kompliment bekommen. Ganz simpel und ganz unverfänglich. Ganz oberflächlich, dass sie hübsch ist. Und es hat rundum dazu geführt, dass sie nett und freundlich zu mir waren. Nicht dass das was neues ist, aber heute habe ich dafür ein Knoppers bekommen! Genau! So ein Schokowaffelding wie Hanuta, aber eben anders.

Ich war am Mittag spazieren. Auf einer langen Geraden und ohne Ausweichmöglichkeiten quatschte mich ein Promotion-Fuzzi an, ob ich ein Knoppers haben wolle. Klaro wollte ich ein Knoppers haben, aber damit war ich schon beinahe in seine Falle getappt. Ich solle ein Probeabo einer Zeitung annehmen, dann würde ich das Knoppers mein Eigen nennen dürfen. Meine Adresse und der Kündigungsstress sind mir aber leider etwas mehr wert, als ein Knoppers, weshalb ich dankend abgelehnt habe. Ich schlenderte weiter und keine 20 Meter später wartete schon eine junge Dame, mit Knoppers und Adresskarten, auf den nächsten Naschhasen.

Ich ging zielstrebig auf sie zu und fragte: „Hey, kann ich ein Knoppers haben, weil du so hübsch bist?“. Ein Lächeln und zwei überraschte Augen später hielt ich mein Knoppers in der Hand und hatte nebenbei noch jemanden erfreut! Ich muss zugeben, die Dame war hübsch, aber nicht mein Geschmack. Im Gegensatz zum Knoppers. Aber was hindert einen daran, ganz unverfänglich eine objektive Tatsache zu benennen? Mit Sicherheit nicht das zu erwartende Lächeln oder ein zerfließendes „Dankeschön“ noch die überraschten Augen einer Frau.

Und damit mehr Männer in diesen Genuss kommen, erkläre ich ab sofort den 16. Juli zum „Tag der hübschen Frau“ und befehle, an diesem Tag jeder Frau zu sagen, dass sie hübsch ist!



Urlaub am Meer
Mai 11, 2012, 2:37 am
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Aloha Leute! Heuer habe ich mir, nach harter Arbeit, 5 Tage Urlaub gegönnt. Am Montag gings los. Mein spontaner Entschluss eine Freundin zu besuchen wurde verstärkt durch den Umstand, dass ich, mittlerweile nur noch mit den Öffentlichen unterwegs, für ein paar Tage das Auto eines Freundes „bewachen“ musste. Audi, mehr sag ich nicht… Born 2 be wild, man – wild!

Meine Spritztour in die Unabhängigkeit führte mich hinab ins schöne Allgäu. Ich ließ das Navi aus, notierte mir im Voraus nur die wichtigsten Städte, vergaß natürlich meine Notizen, kämpfte mit der Alarmanlage, verlor beinahe; wunderte mich über das Piepsen beim Rückwärtsfahren, verfuhr mich nur zwei mal um insgesamt 2 Kilometer – jawoll – und genoss meinen Trip über die kurvenreiche Schwäbische Alb, die zwischen mir und dem Allgäu liegt, wie Monika Lewinsky in der Präsidentensuite. Musikalisch untermalt von den Beastie Boys (Album: Check Your Head).

Wir vebrachten einen schönen Abend, an dem wir unser Wiedersehen gebührend feierten. Meine Gastgeberin gehört zu den Frauen mit Charakter, den man nicht versteht, ihn nicht verstehen kann, aber auch gar nicht muss. Man muss nur verstehen, dass sie verstanden werden will und dabei legt sie viel Selbstverständnis an den Tag. Da auch ich zu diesen Menschen gehöre, plauderten wir fast nur über uns und erhielten dadurch sehr intime Einsichten. Ich würde es als eines dieser Gespräche bezeichnen, die man als konstruktiv im Gedächtnis behält. Wären da nicht zwei Flaschen Prosecco, ein Sekt und ein Wein gewesen… Spaß hat es mit Sicherheit gemacht!

Am nächsten Tag verabschiedete sie mich mit dem Tip, den Trip zum Bodensee zu vergolden. Keinen Gedanken verschwendet, brauste ich mit 200 Sachen auf der Autobahn in Richtung Lindau. Lindau liegt in Deutschland und direkt im Anschluss an Bregenz und Bregenz liegt in Österreich. Und beide liegen am östlichen Bodensee. In Lindau angelangt, schlenderte ich zuerst in die Innenstadt und redete ein paar Fremde an, indem ich mir Auskunft über die nächste Bank verschaffte. Ein Audi auf 200 verbraucht viel Sprit.

Dann ging ich ans Bodenseeufer und ließ mich darnieder. Ich zelebrierte meinen Aufenthalt durch das Bewusstsein, Urlaub zu haben. Und natürlich wegen dem See. Ich liebe Wasser. Dazu muss es in größeren Dimensionen vorhanden sein, weshalb mich ein Glas Sprudel nicht umhaut. Aber wenn es bis zum Horizont reicht, wenn es Wellen macht und wenn die Möven am Ufer chillen, dann geht mir einer ab wie Lutzi. Von Zeit zu Zeit brauche ich das. Es weckt das Kind in mir, welches viel zu oft erwachsen sein muss.

Ich saß also am Ufer, rief meiner Mom an und hielt das Telefon zur rauschenden Brandung. An diesem Tag ließ die Brandung so sehr zu wünschen übrig, dass die Frau Mama absolut keinen Dunst hatte, wo ich da war. Überraschungseffekt dahin, aber was soll’s. Ihr Neid über meinen Aufenthaltsort war auf jeden Fall rießig. Danach verbrachte ich noch beinahe zwei Stunden am Wasser. Ich schloss die Augen und hörte das sanfte Pflätschern der Wellen auf den Ufersteinen. Ich roch den Duft von Fischgrund und stellte mir vor, ich wäre am Meer. Absolute Freiheit. Der ich und der Ozean.

Dann bestieg ich mein Stahlgeschoss und fuhr zurück nach Hause. Kaum war ich zuhause, fing der warme Sommerregen an. Das nenne ich Glück, weil Autofahren ohne offene Fenster wie Aufzugfahren ist. Oder Flugzeug fliegen. Trockene Gebläßeluft gegen den frischen Fahrtwind, der meine Halbglatze durcheinander wirbelt wie Heavy Metal. Get your Motor runnin‘!

Zuhause setzte ich meinen Urlaub fort, indem ich mit Freunden die warmen Sommerabende auf der Terrasse genoss, eine Flußkahntour startete und die Strandlatschen bei jedem Schritt über den Boden schleifen lies. Hang Loose, Dude!

Heute Nacht wollte ich ins Bett fallen und schlafen wie ein Stein, aber lautes Gebrüll brachte mich um die Nachtruhe. Einer meiner Nachbarn war wütend auf die Gesellschaft, betrunken und zum Glück trotzdem Gesprächsbereit, als ich mich in Boxershorts und T-Shirt auf ihn zubewegte.

Er wollte reden, das war klar, aber ich musste ihm ausdrücklich zu verstehen geben, dass er sein Maul zu halten hatte, bis ich mit Hosen an, wieder kam. Er hielt sich daran und die andern Nachbarn, die ihr Licht angeschaltet hatten, machten es wieder aus und gingen zurück ins Bett. Wir redeten gut eine Stunde, bis er wieder ruhig war und verstanden hatte, dass er sich im Endeffekt nur zum Affen machte. Motiv hin oder her, sternhagelvoll auf einer Party, aus dem Nichts heraus, andere Gäste zu beleidigen, ist affig.

Ich schloss meine Rede ab mit des Meisters schlauen Worten: „Furcht, Zorn, aggressive Gefühle führen auf die Dunkle Seite der Macht, Dude. Die dunkle Seite.“ (Anm.: grammatikalisch verändert durch den Autor). Mein Urlaub war ein voller Erfolg! Die Kur, die ich brauchte.

Aloha und schlaft gut! Ich sicherlich…



Was hindert uns daran, andere so zu behandeln, wie wir selbst behandelt werden möchten?
April 4, 2012, 5:30 pm
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Diese Frage würde ich gerne in einer Art Diskussion beantworten. Also seid ihr alle herzlich dazu eingeladen, eure Meinung dazu zu schreiben.

Zunächst aber meine eigenen Überlegungen:

Was hindert uns daran, andere so zu behandeln, wie wir selbst behandelt werden möchten?

Bevor ich auf Hinderungsgründe eingehe, will ich versuchen, zu skizzieren, wie ich gerne behandelt werden möchte. Und ich denke, viele Menschen wollen ähnlich oder gleich behandelt werden.

Ich selbst möchte gut behandelt werden. Was heißt gut und warum gut?

Also mein Verständnis vom Sinn des Lebens ist, dass ich ein glückliches und zufriedenes Leben führe. Zum einen will ich, dass meine Grundbedürfnisse gestillt sind, zum anderen will ich dabei ein gutes Gefühl haben, also rundum glücklich sein.

Zu den Grundbedürfnissen gehören z.B. körperliche Grundbedürfnisse, Sicherheit und soziale Beziehungen. Körperliche Grundbedürfnisse sind banal gesehen die Atmung,Wärme, Trinken, Essen, Schlaf. Unter Sicherheit fallen Unterkunft, Gesundheit, Schutz vor Gefahren und Ordnung. Soziale Beziehung umfassen Freundeskreis, Partnerschaft, Liebe, Nächstenliebe, Sexualität, Fürsorge und Kommunikation. In der Psychologie werden vier Grundbedürfnisse aufgezählt: Bindungsbedürfnis, Bedürfnis nach Orientierung und Kontrolle, Bedürnis nach Selbstwerterhöhung und Selbstwertschutz, Bedürfnis nach Lustgewinn und Unlustvermeidung. (Quelle: Wikipedia Grundbedürfnis)

Manche dieser Ziele kann ich natürlich ganz egoistisch im Alleingang erreichen. Dafür beschneide ich aber andere Grundbedürfnisse, die ich durch eine egoistische Bedürfnissstillung behindere. Einfach ausgedrückt, was habe ich von all dem Spaß, wenn ich ihn nicht mit jemandem teilen kann?

Ich unterteile deshalb in Glück und Zufriedenheit. Zufriedenheit sind all die Bedürfnisse, die ich auch egoistisch erreichen kann. Also körperliche Grundbedürnisse und Bedürfnisse der Sicherheit, bzw. das Bedürfnis nach Orientierung und Kontrolle und das Bedürfnis nach Selbstwertehöhung und Selbstwertschutz. Bei genauer Betrachtung stellt man aber bereits fest, dass selbst diese egoistischen Bedürfnisse nur durch Stillung der Glücks-Bedürfnisse zufriedenstellend sind. Wie soll ich in anbetracht psychosomatischer Auswirkungen körperlich zufrieden sein, wenn ich Stress mit anderen Menschen habe? Wie soll mein Bedürfnis nach Sicherheit und Ordnung gestillt sein, wenn ich weiß, dass ich Feinde habe? Wie soll ich volle Kontrolle erreichen, wenn ich weiß, dass es Leute gibt, die meine Kontrolle unterwandern?

Glück und Zufriedenheit geben sich also die Klinke in die Hand und sind voneinander abhängig. Aus eigener Erfahrung kann ich dies nur bestätigen.

Jetzt sieht man ja bereits, dass die eigenen Bedürfnisse von anderen abhängig sind. Was ebenfalls nicht von der Hand zu weisen ist, ist dass jeder Mensch solche Grundbedürfnisse hat und jeder diese Bedürfnisse stillen möchte.

Daraus ergeben sich einfache Verhaltensweisen, die uns Menschen auf Grund unserer evolutionären Entwicklung immanent sind. Interpretiert man zum Beispiel Teile der Bibel als sozialen Verhaltensratgeber, so könnte man die zehn Gebote als recht sinnvoll erachten. Andererseits sind diese sicherlich von damaligen Moralvorstellungen geprägt und lassen menschliche (animalistische) Bedürfnisse außer Acht. Solche Moralvorstellungen begegnen uns aber auch bei der heutigen Interpretation von Bedürfnissen. Hier ist ganz klar von erlernter und angeborener Moral zu unterscheiden. Hier ist zum Beispiel darauf hinzuweisen, dass bereits Kinder das Töten anderer nicht gut finden, oder dass Altruismus auch bei Tieren und Kleindkindern vorhanden ist.

Ich hoffe, ich konnte jetzt kurz, aber nachvollziehbar darstellen, warum die Stillung meiner Grundbedürfnisse in mir das einfache Bedürfnis erwecken, gut behandelt zu werden.

Nun dazu, wie man erreicht, gut behandelt zu werden. Wer ein Restaurant besucht oder eine Dienstleistung in Anspruch nimmt, erwartet, gut behandelt zu werden. Aber auch bei alltäglichen Begegnungen mit Fremden, hat man solche Erwartungen.

Was ist eine gute Behandlung? Am einfachsten ist die Antwort wohl, wenn man die schlechten Behandlungsmöglichkeiten ausgrenzt. Will man angestresst werden? Will man einen unfreundlichen Blick kassieren? Will man beleidigt werden? Kurz, will man respektlos behandelt werden? Nein. Respektlos behandelt zu werden macht nicht glücklich. Will man belogen werden? Will man gespielte oder geheuchelte Sympathie ernten? Will man verarscht werden? Kurz, will man unehrlich behandelt werden? Nein, unehrlich behandelt zu werden macht ebenfalls nicht glücklich.

Fazit ist also, ich will respektvoll und ehrlich behandelt werden.

Ich muss also die Menschen in meinem Umfeld und auch Fremde dazu bringen, mich respektvoll und ehrlich zu behandeln. Die Ehrlichkeit setzt voraus, dass der Respekt nicht geheuchelt ist und der Respekt erfordert, mit Ehrlichkeit auf mich zuzugehen. Erzwungener Respekt und erzwungene Ehrlichkeit widersprechen also meiner Meinung nach den beiden Anforderungen, da sie sich gegenseitig einschließen. Respekt durch Terror zu erzwingen bedeutet, den anderen zum Lügner zu machen, weil der Respekt nicht auf ehrlicher Sympathie beruht, sondern auf Selbstschutz.

Ich kann wohl kaum davon ausgehen, dass mir Ehrlichkeit und Respekt entgegengebracht werden, wenn ich nicht ebenso Respekt und Ehrlichkeit entgegenbringe. Sowieso muss ich davon ausgehen, dass meine Mitmenschen auf mich reagieren. Am Beispiel des Restaurants würde man sagen, der Kellner war so unfreundlich, dass ich ihm kein oder wenig Trinkgeld gebe. Beziehungsweise, der Kellner war so super, dass ich gerne Trinkgeld gebe.

Denn wie bereits erläutert, stillt eine gute Behandlung die Grundbedürfnisse. Werden diese gestillt, nehmen Glück und Zufriedenheit zu. Ist man glücklich und zufrieden, strahlt man dieses auch nach außen aus. Wie wichtig diese Ausstrahlung ist, sieht man daran, dass allein die Kommunikation zwischen den Menschen größtenteils non-verbal funktioniert. Wie ich also den anderen gegenübertrete, wie ich sie behandle, ist ausschlaggebend dafür, wie sie mich wahrnehmen, ob sie sympathisieren oder meiner Person aus dem Weg gehen möchten, weil sie eine Störung ihrer eigenen Grundbedürfnisse fürchten.

Ein einfaches Beispiel für eine solche positive non-verbale Ausstrahlung ist das Lächeln. Lächeln macht glücklich. Wer dazu gerne mehr erfahren will, findet eine nette Zusammenstellung auf Brigitte.de! Hehe. Nicht umsonst wird Verkäufern gesagt, dass sie möglichst lächelnd kassieren sollen. Die Körpersprache ist aber nur ein Teil, wie man positiv mit anderen umgehen kann, um wiederum selbst gut behandelt zu werden. Je enger eine Beziehung zwischen zwei Menschen ist, desto häufiger und expliziter müssen Respekt und Ehrlichkeit zum Ausdruck gebracht werden, um die Enge, das Vertrauen, aufrecht zu erhalten. Wird man also ständig nur beschimpft oder als Lügner bezeichnet, verliert man schnell die Lust, sich respektvoll und ehrlich zu verhalten.

So denke ich, müsste einfach ausgedrückt klar sein, warum es sinnvoll ist, andere so zu behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte.

Was hindert und also daran? Warum behandeln manche Menschen andere schlecht? Worin liegt deren Motivation?

Zuerst muss man als Hindernis wohl Erkrankungen nennen. Diese können sowohl psychischer als auch physischer Art sein. Da solche Erkrankungen ein wenig mehr Platz in Anspruch nehmen, spare ich mir einzelne Aufzählungen und bleibe bei einem bekannten Beispiel. Wer einen Mangel in der Wahrnehmung hat, kann sich nicht sicher sein, woran er beim andern ist und wird deshalb seine Selbstschutzmechanismen nutzen. Dies ist bei Alkohol oft der Fall, der die Wahrnehmung stark verändert. Betrunkene reagieren oftmals überzogen auf Dinge, die sie verfälscht wahrnehmen und denen sie dann alkoholbedingt eine falsche Gewichtung zuordnen.

Psychologisch wichtig sind Traumata und Depressionen. Erlebnisse, die einschneidende Erfahrungen waren und nicht bewältigt wurden. Durch sie findet quasi eine Umgewichtung der Grundbedürfnisse statt. Daraus können also auch Erwartungen an soziale Grundbedürfnisse verzerrt werden. Erwartungen an die Mitmenschen, Toleranzen und Launen können verändert sein.

Zum zweiten hängt eine Schlechtbehandlung auch von Erziehung und Erfahrung ab. Uns wurden mit Sicherheit gewisse Maßstäbe beigebracht, an denen wir messen, ob wir jemanden respektieren sollen oder ob nicht. Hier spielen wieder Moralvorstellungen und Werte eine große Rolle. Jemand, der gelernt hat, dass das Dienstpersonal minderwertig ist, wird diesem schwerlich mit vollem Respekt gegenübertreten. Wer HartzIV-Empfänger für faul hält, wird sie nicht so respektieren, wie einen erfolgreichen Arbeitnehmer. So kann zum Beispiel die Bewertung einer Eigenschaft an der einen Person positiv und an einer anderen Person negativ stattfinden, obwohl die Eigenschaft vollkommen gleich ist und zudem nicht einmal Charakterbestimmend.

So!

Soviel mal vorerst zu meiner Meinung. Ich würde mich über andere Meinungen sehr freuen. Behandelt mich gut! Hehehe… Spaß, ich denke mein Karma-Konto sieht ganz gut aus. Auf das Thema bin ich übrigens durch Politik gestoßen.

Vielleicht bieten sich durch die Diskussion also auch Gedanken zur Überwindung solcher Hindernisse an. Utopie…?



Tag Cloud

Neulich war ich auf einer Vernissage. So ein Treffen von In-Hippster-Hippies, die sich angeregt über AlkoholArt unterhielten. Glücklicherweise gab es neben „Kunst“ auch hiebfesten Alkohol. Nice. Wie es so meine Art ist, brauch ich im Suff Action, sonst schlaf ich ein oder mach selbst Action. Damit wollte ich die Leute nicht belästigen.

Draußen war es schon dunkel, aber eine Passantin auf dem Gehweg leuchtete so hell, dass ich nur noch Augen für sie hatte – ihre Augen, ihr Mund, ihr Hubba-Bubba platzte, „blog“ – und beinahe vor einen Bus gestolpert wäre.

Im Deutsch der Vernisage-Gäste wäre der Unfall dann vielleicht eine „Erfahrung“ gewesen – ganz wertungsfrei, aber immer in Erinnerung an den fatalen Fehler, den man begehen kann, wenn man einer besonderen Frau hinterherschaut.

Frauen„, sagte ein Freund einmal, „können schlechte Freunde sein.“. Bei diesem Gedanken musste ich kurz lächeln, denn da fiel mir eine Geschichte ein: Sie war das Glück meiner Jugend und aus irgendeinem Grund hielt sie beim Schulausflug ins Museum plötzlich meine Hand. In meiner Hilflosigkeit verhielt ich mich wie ein Freund. Lange ist es her, wir waren ja fast noch Kinder ohne Hintergedanken im Kopf und so wurden wir gute Freunde für’s Leben – nicht nur für die Liebe… Andere Geschichte.

Die Frau, die mir aber gerade fast das Leben genommen hatte, war mit Sicherheit keine Freundin – Devil in Disguise. Wie als hätte sie meinen beinahe Unfall genossen, zogen ihre zarten Lippen ein erregtes Lächeln hervor.

„Ja Lady, ich bin ein Mann und in erster Linie ein Mensch! Und es ist nicht cool, wenn Menschen wegen dir vom Bus überfahren werden.“. Das dachte ich mir zumindest bei meinem zögerlichen Weiterweg über die dunkle Straße.

Vor meiner Stammkneipe begegnete ich einem ehemaligen Mitarbeiter und wir rauchten noch schnell eine vor der Spelunke. Üble Spelunke. Von drinnen drang Live Musik an unsere Ohren. Also zogen wir die Zigaretten schnell runter und stürmten den Event.

Jetzt wird meine Erinnerung leider etwas lückenhaft, aber alles, was es nicht in die Top Ten geschafft hat, war sowieso nicht merkenswert. Das nenne ich Alkohol-Art!

Wir waren Backstage mit der Band und ich erzählte Gina (Bass) die Geschichte, wie ich beinahe Musiker geworden wäre. Sie erzählte auch viel und wir redeten die ganze Nacht. Um halb vier trennten sich unsere Wege und sie gab mir noch ihren Namen, ihre Nummer und ein Bier aus. Frauen können auch gute Freunde sein.

Der Morgen war im Anbruch und ich entschied mich für einen Spaziergang durch den Park. Volltrunken und happy beschloss ich, mich der Natur von meiner schönsten Seite zu zeigen – ich entblößte meinen alkoholgetränkten Körper und zog in aller Ruhe durch die Wildnis. Tarzan, der König des Urwalds, Janes Nummer im Gepäck und Cheetah im Kopf. Ua-a-a-ah!

Wie ich das Schicksal forderte, ging es mir am nächsten Tag natürlich nicht sonderlich. Und wieder einmal entging mir der Sinn an all dem Partygetue. Bin ich etwa Teil eines Systems, dass jeden Tag mit dem Tod rechnet und deshalb alles ausschöpft, bis ans absolute Limit – vor Geilheit ja sogar beinahe bis in den Verkehrsunfalltod? Wo bleibt die Vernunft!?

Von soviel gedanklicher Anstrengung überfordert, entschied ich mich für ein Video. Beim anschauen schlief ich ein und träumte ich wäre in einem Wald unter Wasser. Wie ein Fisch konnte ich durch die Bäume schwimmen, in ihnen verweilen und das saftige Moos vom Boden graßen.

Ein lautes Brummen riss mich gewaltig vom Moosboden weg, zurück in die reale Welt. Meine Türklingel! Ich rannte total benommen zur Tür und öffnete sie. „Hallo, ich bin ihre neue Nachbarin.“!

„Gina!?“, sagte ich. Es war Gina (Bass) von der Band. Hinter ihr mühte sich ein älterer Herr mit einem Bettpfosten die Treppe hoch. Sie war gerade dabei einzuziehen. Ich half ihr und ihren Eltern, die restlichen Möbel in die Wohnung zu bringen. Drei Stockwerke!

Für den Abend lud sie mich zu einem Bier ein und wir verbrachten wieder viel Zeit miteinander. Was für ein Zufall, nicht war!?

Ja so war das mit der Tag Cloud (siehe links; Stand: 20.2.2012)…



Kommt euch das bekannt vor?

Also Leute, meine Rede: „Das was das Leben so schön macht, ist das Leben an sich und nicht das, was danach kommt!

Es gibt zwei Wege, unsterblich zu werden. Den Weg der guten und den Weg der schlechten Erinnerung an einen. Den schlechten Weg zu gehen ist ganz einfach und geht rasend schnell. Hass und Abscheu sind relativ einfach zu erregen und haben eine verdammt lange Lebensdauer. Aber wer damit Leben will, wird nicht glücklich im Leben sein. Im schlechtesten Fall entsteht aus der erzeugten Isolation ein Wahnsinn um die fehlende Zwischenmenschlichkeit zu kompensieren. Und dann? Dann kann gehofft werden, dass es höchstens nur eines Opfers bedarf, um dem Wahnsinn ein Ende zu machen. Dennoch ist die Verlockung groß, denn Anti-Helden haben große Attraktivität – zu jeder Zeit, noch bis Zufriedenheit gerecht verteilt ist (womit mit Sicherheit keine abstruße Utopie gemeint wäre). Charly Manson, Adolf Hitler, Che… Alle haben andere Menschen auf dem Gewissen. Jeder hat seinen Fan-Club. Besonders die, deren Ideen von ihren Fans als sehr ‚human‘ bezeichnet werden. Haha, ihr Spaßvögel… ‚Normalhumandenkende‘ werden sie jedoch für immer mit Hass und Abscheu belegen.

In guter Erinnerung zu bleiben, ist hingegen verdammt anstrengend und oftmals sinndienlicherweise nur selten von Aufmerksamkeit verfolgt. Aber es ist der Weg zur Zufriedenheit. Im Leben. Nicht erst mit Eintritt der ewigen Ruhe. Wie denn nun der Weg der guten Erinnerung ausschaut? Das weiß doch jeder. Wurde doch schon so viel drüber geschrieben. Wer noch nie was darüber gelesen hat, kann sich ja mal Gedanken machen. Oder mal was lesen oder besser noch mit anderen darüber reden.

Und jetzt der Clou am ganzen Leben: Jeden Tag, ohne Grund, ohne Zögern kann zwischen den Wegen geswitcht werden. Das gilt für alle und ist auch von allen machbar. Wie ihr euch entscheidet ist leider eure Sache, aber behauptet später nicht, ihr hättet nie die Wahl gehabt oder nie die Chance bekommen, euch zu ändern! Denn davon könnt ihr euch danach auch nichts mehr kaufen…

Und wer mir jetzt vorwirft, ich würde große Töne kotzen, weil das alles gar nicht so einfach sei, der sollte sich mal anschauen auf seinem Thron der Einsamkeit und raffen, dass es das Leben so verdammt wert ist, dafür ohne Unterlass zu kämpfen! Leute, wer vom Pferd gefallen ist, der klopft sich den Dreck vom Rücken und vom Arsch, schaut dem Pferd tief in die Augen, steigt wieder auf und schreit, ‚jetzt erst recht!‘. Und Leute, wenn ihr nicht wisst, wie man ‚reitet‘ dann fragt einen der sieben Milliarden anderen Menschen, die größtenteils auch schon Zig-Mal vom Pferd gefallen sind. Ihr wisst ja – Zwischenmenschlichkeit! Und keiner beißt euch den Kopf ab…

So, und wer mir noch vorwerfen will, dass ich ein romantischer Arschkriecher mit utopischen Vorstellungen und übertolleranter Anschauung bin, weil ich jedem die Chance zuspreche, sich zu ändern, der sollte nochmals darüber nachdenken, wie einfach Hass zu empfinden ist, und dass auch ich Hass für die empfinde, die mir schuldhaft weh getan haben. Das haben sie verdient. Ich belege solche Leute dann mit dem, was sie wirklich straft – ich belege sie mit Vergessenheit. Nicht ihre Taten, aber ihre Person. Die Taten, die Empfindungen dadurch werden bleiben. Sie sollen mahnen. Wer einem anderen Menschen schuldhaft weh tut, wird sich so eine weitere Chance verbauen, ewig in Erinnerung zu bleiben – ‚unsterblich‘ zu werden.“.

Das war meine Rede. Ich weiß, es kommt einem irgendwie bekannt vor. Wurde ja aber echt schon tausendmal gesagt. Die meisten haben aus dem ganzen – trotz Abraten – einen Kult gemacht. Viele denken sogar, es wäre allein der Kult, der das ganze Leben besser macht. Aber wir haben doch nur eines! Kein Buch der Welt kann es uns zurück geben, wenn es dann zu spät ist.