mal sehen


Sag niemals nie…

Wird Unmöglichkeit möglich durch Akzeptanz? Hält man also den Eintritt der Unmöglichkeit für wahrscheinlich, erhöht sich dadurch auch die Wahrscheinlichkeit des Eintritts der Unmöglichkeit? Indem ich also den Eintritt eines Ereignisses als unwahrscheinlich erachte, müsste sich die Wahrscheinlichkeit dieser Unwahrscheinlichkeit erhärten.

Andersherum: Wird Möglichkeit unmöglich durch Akzeptanz? Hält man den Eintritt eines Ereignisses für wahrscheinlich, erhöht sich dadurch dessen Unwahrscheinlichkeit? Indem ich die Wahrscheinlichkeit des Eintritts eines Ereignisses für wahrscheinlich erachte, müsste sich die Unwahrscheinlichkeit dieser Wahrscheinlichkeit erhärten.

Wenn ich zum Beispiel akzeptiere, dass etwas möglich ist, wenn ich diese Möglichkeit quasi zulasse, dann ändert sich mein Bewusstsein diesbezüglich. In gewisser Weise motiviere ich dadurch den Eintritt des Möglichen. Dies kann durch die gezielte Suche, Eigenmotivation oder Erhöhung der eintrittsbegünstigenden Faktoren geschehen. Die Akzeptanz der Möglichkeit macht diese also zumindest weniger unmöglich.

Zum ersten Fall gilt sicherlich, dass wenn etwas unmöglich ist und dies ohne wenn und aber akzeptiert wird, dass dann auch jegliche Motivation, jegliche Suche und jegliche Erhöhung der eintrittsbegünstigenden Faktoren verringert wird. Unmöglichkeit wird dadurch also wahrscheinlich. Für den Fall, dass etwas Unmögliches dennoch passiert, ein als unmöglich erachtetes Ereignis also eintritt, und man den Eintritt für absolut unwahrscheinlich hält, müsste man dieses Ereignis also quasi als Wunder erachten.

Auf Wunder warten, kann man lang, wie man so schön sagt. Man macht das Unmögliche möglich, indem man danach sucht, sich dazu motiviert und Faktoren schafft, die den Eintritt wahrscheinlicher machen. Nichts ist unmöglich! Never say never…



Zufall vs Schicksal

Erneut ist mir aufgefallen, wie sehr Menschen ihr Leben als vom Schicksal vorherbestimmt sehen. Selbst nichtreligiöse Menschen und solche, die über Horoskope nur schmunzeln können.

Ich persönlich bevorzuge den Zufall, weil er Selbstmitleid und Schuldzuweisungen vermeidet. Anstatt den Grund bei sich oder jemandem/etwas zu suchen, ist die Antwort recht simpel: es war der reine Zufall!

Den Zufall anzuerkennen bedeutet nicht, sich ihm zu beugen. Man muss sich mit ihm arrangieren. Und sich damit zu arrangieren heißt, das Beste daraus zu machen. Zudem lässt sich der Zufall geplantermaßen verringern und beeinflussen. Zumindest bis zu einem gewissen Grad.

Schicksal hingegen, als metaphysische Fügung unterstützt die Suche nach Schuld und das Gefühl der Ausgeliefertheit. Da das Ungreifbare dann nicht nur Namen, sondern auch Macht besitzt, fügt man sich ungewollt, nimmt hin und resigniert.

Dieses Thema habe ich bereits mehrmals in meinem Blog aufgegriffen, denn für mich ist die Eigenverantwortlichkeit der Menschen und die Unabhängigkeit von Glaubensfragen sehr wichtig.

Zu den weiteren Artikeln:

Wie wahrscheinlich ist der Zufall

Glücklicher Zu(g)fall

Klarinettenkonzert in der City



Wie wahrscheinlich ist der Zufall?

Der Zufall! Ein sagenumwobener Begriff, der unterschiedlichste Empfindungen hervorrufen und dessen Herkunft oft zu weltbewegenden Diskussionen führen kann.

Da misch ich mal kurz ein. Welch Zufall! Nein, ich führte neulich eben eine solche Diskussion mit einem Freund und sitze nun geplanter Maßen vor dem Computer. Aber es war doch mehr oder weniger Zufall, wie diese Diskussion zum Laufen kam. Oder haben wir beide nicht auch mehr oder weniger durch die Themenauswahl beschlossen, zu dieser Frage zu gelangen? Quasi im Konsens auf beidseitiger Suche nach spannender Unterhaltung?

Es war der erste schöne Sonnentag dieses Februars und wie von oben strahlte uns auch die Sonne aus dem sprichwörtlichen Arsch. Die Luft war mit ersten Spuren des Frühlings vermischt und wir genossen den Moment im Wald auf einem Baumstamm sitzend. Wir genossen die gegenseitige Anwesenheit – und damit meine ich wohl so ziemlich alle Lebewesen, die an diesem Tag im sonnigen Wald entspannten.

Und all das wegen des Zufalls, dass die Sonne die hohe, ausgedünnte Wolkendecke beiseite drängen konnte und der Wind nicht mehr allzu stark geblasen hat. Klimatische Phänomene, die weltweit vernetzt (auch wireless) agieren und ziemlich akkurat aufeinander abgestimmt sind. Mafiöse Strukturen. Seit Anbeginn der Zeit. Sozusagen zurück bis zu dem Zeitpunkt, als die Erde als heißer Masseball ihre atmosphärefreundliche Position neben dem ultramassiven Stern namens Sonne fand und sich so sehr freute, dass sie anfing im Kreis zu tanzen, damit sie die Fliehkräfte geschickt gegen die Anziehungskräfte der Sonne ausspielen kann.

Und jetzt zoomen wir raus aus dem Bild und sehen viele solcher Sonnensysteme. Die verschwinden zu millionen in spiralförmigen Milchstraßen neben weiten Flächen ohne sichtbarer Materie. Zooooommmm. Stopp!

Da denkt man doch gleich an die Fraktalbilder an der Wand des Informatikstudenten. Mathematisch perfekte Endlossysteme. Naja, es besteht da eben nur der Unterschied der mathematischen Perfektion in Form von Fehlerlosigkeit. So harmonisch ist das Universum nicht aufgebaut.

Ein kleiner Fehler – oder Zufall – hat in diesem vernetzten System eventuell enorme Auswirkungen. Gehen wir ein paar Millionen Jahre zurück in der Zeit: Zwei frei herumschwirrende Massepäckchen prallen im Rausch der Geschwindigkeit gegeneinander und strahlen neben absoluter Ehrfurcht auch noch Energieschübe und Splitterbrocken ab, in der Größe von Kieselsteinchen und Feinstaub bis zum Wolkenkratzer und darüber hinaus, ganz zu schweigen von den beiden Massepäckchen, die total verwirrt auf neue Kollisionsbahnen gelenkt werden.

Zu selbiger Zeit herrschten gleich um die Ecke auf der Erde seit ca. 160 Millionen Jahren voll ungebremster Entwicklungsmöglichkeiten die Dinosaurier. Sie lebten im Gleichgewicht mit der Natur und erreichten dadurch enorme Entwicklungsstufen. Bis zu eben dem Tag, als ein T-Rex in einer Höhle mit seinen kurzen Stummelärmchen ein Bild von einem weiblichen T-Rex in schwarzen Strapsen an die Wand kritzelte und somit die Stufe der kulturellen Entwicklung des Spatzenhirns erreichte. Nun daraus wäre dann das Rad, die Waffe und irgendwann sicherlich die Entwicklung des Computers hervorgegangen, hätte sich gleich draußen ums Eck nicht bei einer Massekollision alles gegen die Dinos gewendet. Ba-Boom!

So besagt es die eine Theorie, aber was spielt das für eine Rolle? Klar ist doch, die Dinosaurier hatten keine Liste, auf der sie sehen konnten, dass sich der Mensch irgendwann die Erde untertan gemacht haben würde. Ohne Zufall wären sie noch heute da – wahrscheinlich recht dezimiert und auf der Suche nach genügend Energie, um ihren Fortschritt wirtschaftlich zu halten. Außer vielleicht, ihr Hirn hätte sich zu einem mit-dinosaurierachtenden Wunderwerk der Erkenntnisumsetzung entwickelt. Egal, denn jetzt sind wir dran. Wir haben PCs und Museen, in denen wir uns gelangweilt die Knochenreste solcher einstiger Überwesen anschauen können.

Der Zufall wollte es so. Alles muss sich dem Zufall beugen. Weil alles in Abhängigkeit steht, ob große Massen oder kleinste Teilchen bis hin zu bloßen Strahlen und tatsächlich auch der Krone der Schöpfung, nämlich uns.

Partypeople, das ist doch klar, dass wir schon allein wegen 7 Milliarden und sogar vernetzten Mitbewohnern mit jeweils unzähligen Hirnnerven, die alle mal einer Fehlfunktion unterlaufen können, nicht vor den Konsequenzen eines kleinen Zufalls gefeit sind. Und jeder kennt doch auch solche Momente: unabhäng gleiche Gedanken, ein Treffen, ein Unfall, ein guter Tipp, Glück und Pech. Moment. Sind Glück und Pech nicht eher Fragen des auch so ominösen Schicksals? Tritt da nicht der Masterplan auf die Bühne? Steckt da eventuell eine Metaphysik dahinter? Quasi absolut-dunkle Materie?

Oh Gott, was steckt da bloß dahinter? Panik!
Entwarnung!

Warum ist es denn bitte sehr so wichtig, was hinter all dem steckt oder ob es nämlich doch gar kein Zufall war, dass wir hier sind, bzw. das jeder Zufall einem Grund entspringt, den man erforschen könnte? Und das Ergebnis der Forschung ist dann wieder nur eine vieler Theorien über Naturwissenschaft oder Gott.

Was aber wiederum von keiner Seite anzuzweifeln sein sollte, ist die Tatsache, dass Teilchen zur Unordnung tendieren. Je nach Ordnungzustand geht das manchmal ziemlich schnell, wie auf meinem Schreibtisch, manchmal dauert das gerne mal eine Millionen Jahre, bis zwei verfestigte Ordnungsbollen auf ihrem geordneten Weg durchs Universum kollidieren und so eventuell das Aussterben einer Art auslösen. Es wird passieren. Irgendwo da draußen.

Und in der Größenordnung, in der wir uns, als kleinste Teilchen eines unbegreiflich großen Universums befinden, ist es doch so gesehen kein unbegründeter Zufall mehr, dass uns manchmal ein Zufall passiert. Der Auslöser in dieser Kettenreaktion ist der Hang zum Chaos. Zum Zerfall. Dagegen ist noch kein Kraut gewachsen. Und wehe dem, der danach sucht!

Ich fordere deshalb mindestens eine Stunde pro Tag, an der sich ein jeder dem Zufall hingeben sollte. Ich empfehle mit möglichst vielen Lebewesen und Gegenständen in einen Raum zu gehen, da dort die zufallsbegünstigende Unordnung in allen Ecken und Engen lungert.

Viel Spaß beim Zufallen!