mal sehen


Tag Cloud Update
September 15, 2012, 12:21 am
Filed under: Geschichten, Mal sehen | Schlagwörter: ,

An diesem Abend hatte ich keine Lust auf Alkohol und so fuhr ich um halb elf wieder nach Hause. Meine Augen waren auf den dreckigen Boden im Bus gerichtet. In meinem Kopf schwirrten viele Dinge und Fragen umher. Ist es ein Fehler einer befreundeten Frau den Freund abzuschwatzen? Aber teilen Freunde nicht alle Gedanken?

Auch wenn er ihr gerne ein Gedicht schreibt, ich wurde das Gefühl nicht los, dass sie nur hinter seinem Geld her ist. Eine verzwickte Geschichte. Gerne würde ich ihr das in einem Gespräch erläutern: jedes Glück hat seinen Grund, den man sich mit der Hand erarbeiten muss und der nicht einfach zugeflogen kommt. Kinder haben es noch im Kopf. Nämlich dass das Leben und die Liebe mit einem ehrlichen Lächeln verbunden sein sollten. Obwohl ich ein erwachsener und erfahrener Mann bin, bin ich noch immer dieser Meinung.

Dann hielt der Bus an einer Haltestelle an. Ich wunderte mich, weil dort weit und breit kein Mensch zu sehen war. Plötzlich stürmten aber ganz viele Menschen, begleitet von Musik in den Bus. Es waren alles Männer und sie feierten die Nacht. Einer kam zu mir und sprach mich direkt mit meinem Namen an: „Junge, heute muss sich keine Person mehr Sorgen machen! Lass uns Spaß haben! Fahr mit uns in die Stadt und lass uns feiern, bis der Tag einbricht! Denn morgen gibt es für uns alle wieder nur ein Thema: der Tod!“.

Ein lautes Hupen riss mich aus dem Schlaf. Der Busfahrer schaute nach hinten zu mir und sprach: „Endstation!“. Benommen verließ ich den Bus. Ich kam mir vor wie in einem Video von Pink Floyd. Wie ein Hammer im Gleichschritt. Ich wusste nicht genau, wo ich jetzt war, aber ich sah den Wald und ich hörte das Wasser eines Flusses. Ich musste in der Nähe des alten Wäschereibetriebs am Rande der Stadt sein.

Schon bald fand ich den Weg zurück in die Siedlung. Ich atmete tief durch, denn ich wusste mit Sicherheit, mir gehört die Welt und ich habe alle Zeit!

(Siehe links: Tag Cloud; Stand: 15.09.12)

Wer die erste Tag Cloud Geschichte lesen will, der soll hier klicken.

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Hallo Leute!

Vielen Dank erstmal für die Aufmerksamkeit.

Ich bin froh, dass es immer wieder Leser meines Blogs zu geben scheint. Dieser Blog enthält Geschichten, Gedanken und Gedichte über mich selbst und über fiktive Handlungen. Anhand der Tag Cloud auf der linken Seite könnt ihr nachvollziehen, welche Themen ich in etwa verfolge.

Beim Klick auf einzelne Tags, werden die dazugehörigen Texte angezeigt. Ganz unten auf der Seite findet ihr aber auch den Link „older Posts“, der die Seiten zurückblättert.

So ergibt sich nach und nach ein Bild. Wie ich denke, was mich beschäftigt und so weiter. Wobei manche Texte durchaus sinnfrei sind und nur der Unterhaltung dienen. Aber auch sie spiegeln irgendwie meine Gedanken wieder.

Viel Spaß weiterhin beim Lesen, Kommentieren und Kritisieren!

MeMyselfandEye



Tag Cloud

Neulich war ich auf einer Vernissage. So ein Treffen von In-Hippster-Hippies, die sich angeregt über AlkoholArt unterhielten. Glücklicherweise gab es neben „Kunst“ auch hiebfesten Alkohol. Nice. Wie es so meine Art ist, brauch ich im Suff Action, sonst schlaf ich ein oder mach selbst Action. Damit wollte ich die Leute nicht belästigen.

Draußen war es schon dunkel, aber eine Passantin auf dem Gehweg leuchtete so hell, dass ich nur noch Augen für sie hatte – ihre Augen, ihr Mund, ihr Hubba-Bubba platzte, „blog“ – und beinahe vor einen Bus gestolpert wäre.

Im Deutsch der Vernisage-Gäste wäre der Unfall dann vielleicht eine „Erfahrung“ gewesen – ganz wertungsfrei, aber immer in Erinnerung an den fatalen Fehler, den man begehen kann, wenn man einer besonderen Frau hinterherschaut.

Frauen„, sagte ein Freund einmal, „können schlechte Freunde sein.“. Bei diesem Gedanken musste ich kurz lächeln, denn da fiel mir eine Geschichte ein: Sie war das Glück meiner Jugend und aus irgendeinem Grund hielt sie beim Schulausflug ins Museum plötzlich meine Hand. In meiner Hilflosigkeit verhielt ich mich wie ein Freund. Lange ist es her, wir waren ja fast noch Kinder ohne Hintergedanken im Kopf und so wurden wir gute Freunde für’s Leben – nicht nur für die Liebe… Andere Geschichte.

Die Frau, die mir aber gerade fast das Leben genommen hatte, war mit Sicherheit keine Freundin – Devil in Disguise. Wie als hätte sie meinen beinahe Unfall genossen, zogen ihre zarten Lippen ein erregtes Lächeln hervor.

„Ja Lady, ich bin ein Mann und in erster Linie ein Mensch! Und es ist nicht cool, wenn Menschen wegen dir vom Bus überfahren werden.“. Das dachte ich mir zumindest bei meinem zögerlichen Weiterweg über die dunkle Straße.

Vor meiner Stammkneipe begegnete ich einem ehemaligen Mitarbeiter und wir rauchten noch schnell eine vor der Spelunke. Üble Spelunke. Von drinnen drang Live Musik an unsere Ohren. Also zogen wir die Zigaretten schnell runter und stürmten den Event.

Jetzt wird meine Erinnerung leider etwas lückenhaft, aber alles, was es nicht in die Top Ten geschafft hat, war sowieso nicht merkenswert. Das nenne ich Alkohol-Art!

Wir waren Backstage mit der Band und ich erzählte Gina (Bass) die Geschichte, wie ich beinahe Musiker geworden wäre. Sie erzählte auch viel und wir redeten die ganze Nacht. Um halb vier trennten sich unsere Wege und sie gab mir noch ihren Namen, ihre Nummer und ein Bier aus. Frauen können auch gute Freunde sein.

Der Morgen war im Anbruch und ich entschied mich für einen Spaziergang durch den Park. Volltrunken und happy beschloss ich, mich der Natur von meiner schönsten Seite zu zeigen – ich entblößte meinen alkoholgetränkten Körper und zog in aller Ruhe durch die Wildnis. Tarzan, der König des Urwalds, Janes Nummer im Gepäck und Cheetah im Kopf. Ua-a-a-ah!

Wie ich das Schicksal forderte, ging es mir am nächsten Tag natürlich nicht sonderlich. Und wieder einmal entging mir der Sinn an all dem Partygetue. Bin ich etwa Teil eines Systems, dass jeden Tag mit dem Tod rechnet und deshalb alles ausschöpft, bis ans absolute Limit – vor Geilheit ja sogar beinahe bis in den Verkehrsunfalltod? Wo bleibt die Vernunft!?

Von soviel gedanklicher Anstrengung überfordert, entschied ich mich für ein Video. Beim anschauen schlief ich ein und träumte ich wäre in einem Wald unter Wasser. Wie ein Fisch konnte ich durch die Bäume schwimmen, in ihnen verweilen und das saftige Moos vom Boden graßen.

Ein lautes Brummen riss mich gewaltig vom Moosboden weg, zurück in die reale Welt. Meine Türklingel! Ich rannte total benommen zur Tür und öffnete sie. „Hallo, ich bin ihre neue Nachbarin.“!

„Gina!?“, sagte ich. Es war Gina (Bass) von der Band. Hinter ihr mühte sich ein älterer Herr mit einem Bettpfosten die Treppe hoch. Sie war gerade dabei einzuziehen. Ich half ihr und ihren Eltern, die restlichen Möbel in die Wohnung zu bringen. Drei Stockwerke!

Für den Abend lud sie mich zu einem Bier ein und wir verbrachten wieder viel Zeit miteinander. Was für ein Zufall, nicht war!?

Ja so war das mit der Tag Cloud (siehe links; Stand: 20.2.2012)…