mal sehen


Im Irrenhaus

Ich lebe in einem Irrenhaus. Das ist kein Witz und auch kein Spaß, das ist der helle Wahnsinn. Hier leben so verrückte Menschen, Paradiesvögel, Junkies und so wenige normale Menschen, dass ich dieses Haus als Irrenhaus bezeichne, ohne mit der Wimper zu zucken. Kein bisschen!

Und weil ich ganz unten im Erdgeschoss lebe, begegne ich zwangsläufig früher oder später jedem Bewohner mindestens einmal. Bei manchen bleibt es bei diesem einem Mal, bei anderen würde ich es mir wünschen. Ich würde, aber nur „würde“, denn wenn ich mir etwas wünschen könnte, dann wäre es mein letzter Wunsch, dieses Irrenhaus und all seine Einwohner nie gesehen zu haben. Insgesamt gibt es hier 84 Mietparteien auf 14 Stockwerken zu je sechs Wohneinheiten. Im Treppenhaus stehen Pflanzen und im Aufzug lustige Sprüche sexgeiler Naseweise und spätpubertierender Revoluzzer. „Viva Fidel vs. Bums Fidel“, zum Beispiel. Oder „Fighting For Peace Is Like Fucking For Virginity“, welcher mir persönlich am Besten gefällt.

Wenn man mit dem Aufzug ganz nach oben fährt, erreicht man über eine Treppe die Dachterrasse, kurz „Terrasse“ genannt. Hier findet man im Sommer zahlreich die Bewohner des Hauses, auf Liegestühlen und Sofas sitzend, grillend oder in Planschbecken liegend. Auf den ersten Blick scheint alles normal in dieser Oase, aber auf den Zweiten entdeckt man zum Beispiel Sergej, der eine riesen Tüte raucht, oder Bob aus den Staaten, der seinen siebten Absinth hinunter spült, oder Simone, die anderen, staunenden Mädels ihre Nagellacke präsentiert. Das alles findet nebeneinander und mit jeglicher Normalität statt, so dass Sergej, mit Tüte in der Hand, zu Simone geht und sich über die neuesten Trends der Nagellackindustrie informieren lässt. Dann kommt die alte Frau Katarina daher, stellt eine ihrer verwirrten Fragen, nimmt sich ein Glas Fruchtbowle, die die Mädels zubereitet haben und geht weiter zu Bob, um ihn nach seiner Meinung über die Bedeutung des Wortes „interrogation“ auszuquetschen. Bob steigt natürlich sofort darauf ein, schüttet sich aber noch einen Schluck Absinth ins Glas, damit die Kehle feucht bleibt. So ungefähr findet das Leben in diesem Haus statt. Es ist wie eine große Familie. Man kennt sich, akzeptiert sich und hat sich sogar lieb.

Probleme gibt es nur mit unserem Hausverwalter. Dieser lässt sich immer neue Schikanen und Witze einfallen, mit denen er sein mickriges Ego auf Vordermann bringen kann. Leider nimmt ihn niemand mehr ernst. Nicht einmal Sergej, der ab und zu mehrere Tage am Stück auf LSD durch das Haus geistert. Er ist harmlos und von Herzen gut. Eines unserer Sorgenkinder. Wenn er trippt, klingelt er mal hier mal dort, wird hereingelassen und erzählt Geschichten, die entweder psychotisch oder total hirnverbrannt daher kommen.

Als ich Sergej das erste Mal sah, war ich gerade dabei, meine Möbel in meine Wohnung im Erdgeschoss zu bringen. Ich wuchtete einen viel zu überdimensionierten Sessel durch die Eingangstür, während Sergej meinen Gesundheitszustand zu analysieren versuchte. Erschöpft ließ ich mich auf den Sessel, der nun zumindest im Eingangsbereich meiner neuen Wohnung stand, nieder und hörte mir seine Rede an. Sergej starrte mir in die müden Augen, ließ mich meine Zähne blank zeigen und fasste mir an die Brust. Das einzige was ich von diesem seltsamen Typ mit seinem seltsamen Blick und dem rastlosen Körper bis dahin wusste, war, dass er sich Sergej nannte und auch in diesem Haus lebte. Was er über mich wusste und analysierte war jedoch noch viel weniger. Mir mangele es an Calcium, an Magnesium, an allem, insbesondere an Ionen. Lediglich meine Leber sein tipp topp in Form, was mich überraschte, weil ich vor allem deshalb so erschöpft und apathisch seinen wirren Worten folgte, weil ich am Vorabend meinen Auszug mit Pauken und Trompeten und zu viel Alkohol gefeiert hatte.

Da stand also plötzlich Sergej vor mir und ich wusste nicht, ob er mich provozieren oder verarschen will. Mir war es egal und ich fing an, ihn zu testen. „Ob er Ionen kaufen wolle“, habe ich ihn gefragt. „Oder Calcium in großen Mengen“. Sein Blick wurde plötzlich wild. Seine Augen fixierten mich, fraßen sich in mich und sein Mund wurde trocken. „Reinstoffe! Wenn ich Reinstoffe haben will, gehe ich zu meinem Freund. Der besorgt mir alles. Amphetamin, LSD, Silizium, Koks.“. Mit diesen Worten war mir klar, dass ich in die richtige Richtung getestet hatte. Wäre ich Polizist gewesen, sein Freund hätte ihm den Hals umgedreht. Aber Sergej hat keine Angst vor Konsequenzen mehr. Zum einen, weil er keine Ziele mehr hat und zum anderen, weil er ständig zugedrönt ist. Er lebt im hier und jetzt und hier und jetzt und hier und jetzt. Was aus Neugier und Spaß begann wurde zum Alltag, dann zum Alibi und schließlich zum Auffangbecken seiner gescheiterten Existenz. Nur seiner Intelligenz und seiner Herzensgüte hat er es zu verdanken, dass er immer wieder gerade noch die Kurve kriegt, bevor man ihn auf die Straße setzt. Zwar bezahlt ihm das Amt die Wohnung, aber ab und zu leistet er sich doch ein paar Dinge, die nicht tragbar sind. Und nur weil wir alle im Irrenhaus auch ein bisschen Irre sind, setzen wir uns für ihn ein und verschonen ihn vor der harten Realität, die ihn womöglich total ruinieren würde. Abgesehen von einem Entzug. Aber den will er nicht und so wäre er sicherlich nicht dauerhaft.

Ich tue mir schwer damit, ihn nicht dem eiskalten Psychatriesystem auszuliefern, aber andererseits fehlt mir die Energie, weil ich dann diesen Freund nicht alleine lassen wollen würde. Nach all der Zeit in diesem Haus, bin ich ein Teil von ihm geworden. Ich habe hier Dinge erlebt, die ich noch nie zuvor erlebt habe. Viele waren großartig, aber manche eben nicht. Und weil man hier nie seine Ruhe hat, findet man selten die Zeit, das Erlebte richtig zu verarbeiten. Für mich ist das Schreiben deshalb sehr wichtig geworden. Genauso wie die Zeit außerhalb, die ich mit Freunden und Bekannten aus aller Welt und überall genießen kann.

Jetzt ist es spät und ich werde ins Bett gehen. Wenn ich Lust habe, erzähle ich mal wieder was über das Irrenhaus, in dem ich Lebe. Es gibt auf jeden Fall noch viele spannende Geschichten. Allein Sergej könnte Bücher füllen, aber auch unser Hausvorstand haut viele unterhaltsame Vögel raus…



Lindbergh überquert den Atlantik!

Rüdiger stand am Ende des Billardtisches und beobachtete die fremde Brünette am Kamin.

„Nun meine Dame, wollen sie mir denn nicht endlich ihren Namen nennen?“

Sie lächelte leicht.

„Nein mein Herr, ich habe mich ihnen bereits vorgestellt!“

Rüdiger wurde unruhiger. Er nahm eine Kugel vom Tisch und ballte eine Faust um sie. Er konnte sich nicht im Geringsten an die geheimnisvolle Frau erinnern, die da vor ihm stand. Seit Anbeginn des Abends verfolgte sie ihn auf Schritt und Tritt durch das Haus der Sternbergs. Egal ob in der großzügigen Lounge oder auf dem Weg zu einem der goldblau-gekachelten Bäder, mit wem er sich unterhielt oder einfach nur in der Menge der Gäste unterging, wann immer er den Kopf drehte, sah er sie in seinem Augenwinkel.

Da öffnete sich die Tür des Salons und Sven betrat schwungvoll die angespannte Szenerie. Er schloß die Tür mit einer adretten Drehung, blinzelte den beiden Anwesenden kurz zu, tänzelte leichtfüßig zum Kamin und blieb hinter der Dame stehen. Seine Hände umfassten ihre Hüften, die in ein rotes Abendkleid geschwungen waren und sein Mund küsste ihren Nacken.

„Rüdiger! So sieht man sich wieder. Gerade noch an der Bar und nun bei einer Partie Billard!“

„Ja richtig, so ist das wohl. Sven, entschuldigen sie, aber würden sie mir ihre freundliche Partnerin bitte vorstellen?“

„Nein Rüdiger! Warum sollte ich das tun?“

Die Dame gab ihm einen Kuss auf den Mund. Dann begab sie sich zum Billardtisch. Rüdiger trat einen Schritt zurück, wobei ihm leicht schwarz vor den Augen wurde. Er taumelte. Seine Hand ergriff die Lehne eines Sessels und er ließ sich fallen. Das alles war ein wenig zu viel für ihn. Noch vor drei Tagen hätte er nicht annähernd an seinem Verstand gezweifelt. Jetzt war er sich dabei aber gar nicht mehr so sicher. Die Ereignisse der letzten Tage vermochten ihn daran zu zweifeln.

„Sven, bitte! Was für ein Spiel wird hier gespielt?“

„Ach Rüdiger“, mischte sich die elegante Dame ein, „seit wann spielen wir den ein Spiel?“

„Dann bitte sagen sie mir doch endlich, woher wir uns kennen sollten! Ich versichere ihnen, sie noch nie zuvor gesehen zu haben.“

„Dämmert es ihnen den gar nicht, Rüdiger?“.

Sven sah ihn beinahe besorgt an. Mit einer weiteren Drehung und einem langsamen Ausfallschritt gleitete er zum Kamin. Dort ließ er seine Finger auf die schwere Marmorplatte trommeln. Und mit einem weiteren Tanz flog er weiter zu Rüdiger. Vor dem Sessel ging er in die Knie und fasste Rüdigers Arm.

„Erinnern sie sich denn wirklich an nichts? Rüdiger, sind sie den verrückt?“

„Nein, nein! Ich bin sehr wohl bei klarem Verstand! Aber selbst wenn, so sollten sie nun endlich ihre Geheimniskrämerei unterlassen!“

Es war am Mittwoch, da hatte Rüdiger zum ersten Mal den Zweifel, dass jemand ein Spiel mit ihm treibt. Der Morgen war bereits ganz gewöhnlich gewesen. Im Büro gab es keine Zwischenfälle und auf dem Weg zum Mittagessen im Jungen Bär begegneten ihm die üblichen Männer, die, wie er, um ein Uhr zu Mittag aßen. Erst beim Zahlen der Rechnung geschah etwas ungewöhnliches.

Der Kellner überbrachte das Tablett mit der Rechnung. Als Rüdiger den üblichen Betrag aus der Tasche holte, um das Essen zu bezahlen, stellte der Kellner jedoch fest, dass es zu viel Geld war. Zu zahlen war nur der Kaffee. Rüdiger nahm die Rechnung und tatsächlich war nur eine Tasse Kaffee aufgelistet. Keine Suppe, kein Mittagessen. Als er den Kellner auf die vergessenen Posten ansprach, antwortete dieser nur, dass der Gast des Herren bereits den Rest bezahlt hatte. Mit diesen Worten verschwand der Kellner und Rüdiger blieb verwundert zurück.

„Nun Rüdiger, warum erzählst du uns denn nicht, wer du wirklich bist?“.

Sven drückte Rüdigers Arm etwas fester.

„Wieso wer ich wirklich bin!? Ich verstehe nicht.“

„Siehst du nicht, dass der arme Rüdiger Angst hat?“

Die Dame lächelte süffisant und zwinkerte Sven schälmisch zu. Rüdiger hatte wirklich Angst. Seine Gedanken drehten sich im Kreise. Er war nicht mehr Herr seines Kopfes.

„Ich bin Rüdiger Meinert. Ich lebe in dieser Stadt seit 28 Jahren. Und ich kenne sie, Sven, seit ungefähr einem Jahr, aber ich habe keine Ahnung, wer die Dame ist, die mir den ganzen Abend nachstellt! Dabei kenne ich jedes Gesicht, mit dem ich jemals Kontakt hatte.“

„Pah! Ich denke nicht, dass ich dies als Kompliment verstehen kann.“

Die Dame wurde lauter. Rüdiger wollte aufstehen, aber Sven, der immernoch seine Hand auf seinem Arm hatte, drückte ihn zurück in den Sessel.

„Ich denke nicht, dass du in der richtigen Verfassung bist, um zu gehen. Außerdem sollten wir doch noch klären, was du am Donnerstag in der Straßenbahn andeutetest.“

„Am Donnerstag in der Straßenbahn? Ja, ich war an diesem Tag, wie an jedem Tag, in der Straßenbahn. Aber ich war wie immer alleine unterwegs und hatte keinerlei Begleitung! Ich habe nichts angedeutet! Keiner von euch war dort!“

Plötzlich fiel Rüdiger der zweite Vorfall ein, der ihn in dieser Woche stutzig werden ließ. Er bestieg die Straßenbahn und nahm einen freien Platz am Ende der Seitensitzreihe. Wie gewöhnlich laß er die Tageszeitung, um sich über die aktuellen Geschehnisse in der Welt zu informieren. Ein gewisser Charles Lindbergh war in New York gestartet, um als erster Mensch das Wagnis einer Atlantiküberquerung mit dem Flugzeug zu meistern. Rüdiger laß den Artikel sehr interessiert. Die Technik der Luftfahrt war fantastisch. Als er die Zeichnung mit der voraussichtlichen Flugroute Lindberghs betrachtete, wurde er von einer älteren Frau angesprochen.

„Darf ich neben ihnen Platz nehmen?“

„Natürlich, bitte nehmen sie doch Platz.“

„Vielen Dank. Ich dachte nur, falls ihre Frau das sieht. Nicht, dass ich in meinem Alter noch als Konkurrenz erscheinen werde.“

Für Rüdiger war diese Bemerkung nicht sehr außergewöhnlich, da ein Mann in seinem Alter normalerweise schon verheiratet war und Kinder hatte. Die meisten Fremden konnten nicht wissen, dass er bisher noch nicht das Glück hatte, eine Frau kennen zu lernen, die bei ihm bleiben wollte.

„Machen sie sich keine Sorgen, ich habe keine Frau.“

„Oh! Dann meine ich wohl ihre Verlobte. Eine hübsche Frau.“

„Wer ist eine hübsche Frau?“

„Ihre… Die Frau, die hier saß. Sie haben sich geküsst, also bin ich davon ausgegangen, dass sie ihre Ehefrau sein muss. Oder ihre Verlobte.“

„Ich habe die ganze Zeit diesen Artikel gelesen. Da war niemand. Entschuldigung, aber sie müssen irren.“

In diesem Moment hielt die Straßenbahn und Rüdiger musste aussteigen. Er verabschiedete sich von der älteren Dame, die verwundert den Kopf schüttelte und nicht antwortete. Für ihn war das Gespräch ebenso verwunderlich, aber er schob das Missverständnis auf das Alter der Dame und machte sich keine weiteren Gedanken darüber.

„Sven, ich bitte sie, beantworten sie mir die Frage, worauf wollen sie hinaus?“

„Worauf ich hinaus will, ist doch offensichtlich. Ich will wissen, wer sie wirklich sind. Womit wir es hier zu tun haben. Warum sie sich so seltsam verhalten. Warum sie sich nicht mehr erinnern können.“

„Aber ich kann es wirklich nicht! Und ich stelle mir die gleichen Fragen, bezüglich ihnen beiden!“

Die Dame trat neben Sven. Sie blickten sich kurz in die Augen und nickten einander zu. Svens Griff wurde lockerer. Rüdiger glaubte sich, diese Szene bereits in ähnlicher Form erlebt zu haben. Dann müsste er sich aber eingestehen, sie tatsächlich schon einmal gesehen zu haben. Er konnte nicht irren. Und wenn doch? Plötzlich kam ihm ein Gedankenblitz. Es sah Sven und die Dame. Sie hatte ein Messer in der Hand. Sven drückte ihn auf den Boden. Silvia war ihr Name! Rüdiger vermochte seinem eigenen Hirn nicht mehr zu trauen. War das ihr Name?

„Silvia?“

„Er kann sich erinnern!“

Noch bevor Silvia den Satz beendet hatte, packte Sven auch Rüdigers zweiten Arm. Er sprang ihm mit dem Knie auf den Brustkorb, so dass Rüdiger die Luft weg blieb. Silvia zog ein Messer aus ihrer Handtasche und rammte es dem Überwältigten in den Bauch. Dieser vernahm einen brennenden Schmerz, der sich von der Bauchdecke bis ins Rückenmark zog. Silvia zog das Messer nach oben zum Brustkorb. Rüdiger wurde schlagartig schwach und sackte auf dem Sessel zusammen. Der Schmerz schien unendlich weit weg zu sein.

Er beobachtete, wie Sven seine Hand in die offene Wunde steckte. Ihre Blicke trafen sich. Rüdiger konnte eine Träne in seinem Auge sehen. Dann zog Sven einen silbernen Quader aus der blutenden Wunde. Genau diesen Gegenstand hatte Silvia bei ihrer ersten Begegnung vor einem Jahr in der Hand. Als sie und Sven den Probanten auf den Boden seines Wohnzimmers dürckten, um ihm den Quader einzupflanzen.

„Es tut uns Leid, Rüdiger. Es tut uns Leid.“

„Sag Sternberg, er soll diesen Bereich des Hauses für die Party sperren. Der Reinigungstrupp wird in drei Stunden alles wieder entfernt haben.“

„Ich mochte Rüdiger. Zu Beginn schien er so vielversprechend. Er war so charmant und großzügig.“

„Silvia, das ist ein Job und keine Vergnügungsgesellschaft.“

„Habe ich Tränen in den Augen oder du?“

Rüdigers Sinne wurden schwächer bis er nur noch Dunkelheit und Stille warnahm.

„Um ein Haar hatte ich geglaubt, dass es endlich funktioniert.“



Maschinenstopp in Halle 7

Als Herr Schneider Halle 7, „Abteilung für dehnbare Kunststoffe“, betrat, leuchtete noch immer das rote Licht, welches den kompletten Produktionsstopp signalisierte. Für den gelernten Maschinenwart kein unbekanntes Signal, da er es schon etliche Male während seiner 38-jährigen Laufbahn mit störrischen, bockigen, kaputten und überalteten Maschinen zu tun hatte.

Er saß in seiner Werkstatt, bekam einen Anruf, eilte los und für gewöhnlich behob er den Schaden binnen weniger Minuten zur vollsten Zufriedenheit aller und seiner selbst. An jenem Tag jedoch bekam Herr Schneider keinen Anruf, sondern eine Statusmeldung auf seinem neuen Computer. Und weil das alles so neu war, entdeckte er die Meldung erst um 13:20 Uhr, also drei Minuten nach Maschinenausfall.

Erschrocken kleckerte er den Kaffee auf die Hose und die Marmelade seines Brotes auf die Schuhe. Beinahe wäre ihm der Werkzeugkasten heruntergefallen und beim Verlassen der Werkstatt musste er gerade wieder umdrehen, um noch einmal einen Blick auf den Monitor zu werfen, da ihm der Maschinenstandort entfallen war.

So kam es also, dass der Maschinenwart im Schein des Rotlichts beinahe kreideweiß zu sein schien, da sich die peinliche Röte seines Kopfes und die des Lichts gegenseitig aufhoben. Wohingegen die Gesichter der pausierenden Arbeiter wie rote Lampignons den Hallengang begleiteten. Hier und da konnte Herr Schneider ein „wie lange dauerts noch“, ein Räuspern oder das Ausatmen von Rauch hören.

Bei der ausgefallenen Maschine warteten bereits zwei Männer in Anzügen auf Herrn Schneider. Der eine war noch sehr jung und trug einen gepflegten Kurzhaarschnitt, der andere war bereits mittleren Alters und hatte gar keine Haare mehr auf dem Kopf. Die beiden schauten immer wieder nervös auf ihre Uhren. Als sie den heraneilenden Maschinenwart sahen, wurden sie noch hektischer und redeten gleichzeitig auf ihn ein.

„Wo bleiben Sie denn?“, „Wir müssen schnell das Problem lösen!“, „Haben Sie den keinen Computer?“, „Sie müssen das schleunigst reparieren!“. Herr Schneider ignorierte zunächst die Fremden, ging zur Maschine und begann die Ölstände zu prüfen. „Gestatten, Meier, Workflow-Management.“, stellte sich der ältere Herr vor, „Frankert mein Name“, sagte der Jüngere. Herr Schneider nahm indessen die Stromverbindungen unter die Lupe.

„Nun Herr Schneider, wir sind etwas besorgt, da diese Maschine wichtig für die gesamte Produktion dieser Halle ist. Wir wollen sicher sein, dass möglichst kein Ausfall mehr eintritt.“. Es lag weder am Öl, noch am Strom, also konnte nur noch ein mechanischer Getriebeschaden in Frage kommen. „Herr Schneider, warum schauen Sie denn nicht auf das Maschinenterminal? Es hat eine automatische Fehlererkennung.“.

Jetzt unterbrach Herr Schneider seinen Prüfvorgang, denn von einem Terminal hatte er noch nie gehört. Tatsächlich befanden sich an der Maschine ein Monitor und eine Tastatur. Er hatte wohl von gewissen Neuerungen erfahren, die die Wartung und Bedienung vereinfachen sollten. Aber noch gab es keine Schulung, in der dem Maschinenwart erklärt wurde, wie er damit zu arbeiten hatte.

„Frankert mein Name. Ich bin der Computerspezialist an Bord.“. „Aha“, sagte Schneider, „ein Computerspezialist!“. „Diplom Informatiker um genau zu sein.“. Herr Schneider fühlte sich ein bisschen übergangen und es verärgerte ihn, dass er nicht informiert wurde. „Also Herr Frankert, was sagt uns dieser Computer?“, meldete sich Herr Meier zu Wort. „Sehen Sie her. Um 13:17 Uhr exakt war Maschinenstopp. Die gelb leuchtenden Bereiche sind als mögliche Ursachenquellen gekennzeichnet.“.

Herr Schneider beobachtete die gelben Flecken auf einem groben Umrissplan der Maschine. Er erkannte die Ölleitungen und die Stromzufuhr wieder, die er ja bereits geprüft hatte. Zudem waren ein paar gelbe Flecken auf der Rotation und im hinteren Antrieb zu sehen. Er nahm sein Werkzeug und machte sich daran, die Rotation frei zu legen. „Herr Schneider, was machen Sie da?“, fragte Herr Meier.

„Ich prüfe die Rotation. Das gelbe Ding da auf dem Computer.“. „Aber Herr Schneider nun lassen Sie doch den Computer machen. Er wurde extra programmiert!“, gab Herr Frankert, ein bisschen enttäuscht, dazu. Schneider ging zurück zu den beiden Männern, die sich vor dem Monitor aufgebaut hatten und wie aufgeregte Schulkinder darauf warteten, noch mehr gelbe Flecken zu entdecken. Der Informatiker klapperte auf der Tastatur herum und Herr Meier nickte seinen Kopf dazu, wie bei einem Konzertbesuch.

Die drei Männer standen vor dem Terminal, beobachteten Tabellen, Schaltpläne, gelbe, grüne und blaue Flecken und Frankerts flinke Finger auf der Tastatur, die englische Begriffe und komische Abkürzungen auf den Monitor zauberten. „Sehen Sie, um 13:17 Uhr könnten folgende Faktoren für den Ausfall einschlägig sein.“. Eine Liste mit mindestens zehn Zeilen rollte über den Bildschirm. Herr Schneider wurde bereits ganz nervös, weil er die Rotation überprüfen wollte, aber nicht durfte.

Herr Meier kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Herr Frankert bemerkte, dass sogar andere Maschinen in den Ausfall einbezogen sein könnten, woraufhin Herr Meier ein Telefon aus der Tasche zückte und bei einem Herrn Scholarek anrief, welcher zwei Minuten später bei ihnen war und mit auf den Monitor starrte. „Nun meine Herren,“ sprach Herr Scholarek, „was wir bisher wissen ist, dass der Ausfall der Maschine, der Fehler quasi, von mehreren Faktoren abhängig sein kann und dass die Maschine immernoch still steht.“.

Die anderen Herren stimmten ihm zu. Herr Schneider wurde noch unruhiger, da er den Stillstand gerne behoben hätte. Während die drei anderen den Computer beobachteten, zündete er sich eine Zigarette an und ging ein paar Meter weiter zu einem der wartenden Arbeiter. „Was machen die Herren da?“, wollte der Maschinist vom Maschinenwart wissen. „Ich weiß es nicht, aber ich denke, sie machen eine Wissenschaft daraus. Ihr könntet schon lange wieder produzieren, wenn man mich nur an die Maschine lassen würde.“, erwiderte Herr Schneider.

„Und warum schickt man uns nicht einfach nach Hause?“. „Das ist unnötig, ich kann die Maschine reparieren, sobald die Herren dieses Computerding verstanden haben.“. Als die Zigarette zu Ende geraucht war, ging der Maschinenwart zurück zu den Herren Meier, Frankert und Scholarek. Diese notierten sich bereits irgendwelche Daten auf Zettel und stellten Rechnungen mit mehreren Unbekannten und Faktoren auf, die sie allesamt nicht sicher beantworten konnten.

„Nun meine Herren, was wäre wenn der ursächliche Zusammenhang für zukünftige Probleme der gleichen Art eben diese verhindern könnte und wir nun nicht wissen, wie sie lauten, nur, wann sie eingetreten sind? Das ist doch die Frage!“, stellte Herr Scholarek fest. „Richtig erkannt!“, stimmte ihm Herr Meier zu. „Herr Frankert, bitte fragen Sie den Computer, welche Fehlerquellen zu welchem Zeitpunkt ausschlaggebend waren und wie diese voneinander abhängig sind“.

Herr Frankert klapperte die Tasten der Tastatur rauf und runter, grübelte und dachte nach. Dann drückte er auf eine große rote  Taste und auf dem Monitor erschienen endlose Zeichenketten. Faktoren wurden genannt, zu anderen Faktoren in Verbindung gesetzt, Unbekannte hypotetisch bekannt und Ergebnisse zu weiteren Fragen formuliert. „Oh mein Gott, wir haben eine Endlosschleife hervorgerufen!“, rief Herr Frankert plötzlich.

Herr Schneider ging zur Maschine, schlug heftig gegen die Rotation und plötzlich setzte sich das Getriebe wieder in Gang und das Rotlicht der Produktionsstopplampen erlosch. Die Arbeiter in der Halle atmeten auf und machten sich an die Arbeit, wie als wäre nichts geschehen. Die drei Männer in ihren Anzügen schauten sprachlos zu Herrn Schneider.

„Als ich hier angefangen habe, hatten wir keine Computer. Ich kenne mich mit Maschinen aus. Ich repariere sie. Ich muss nicht wissen, warum etwas schief ging, sondern wie ich es wieder zum laufen bringe. Sonst sitzen wir noch morgen hier und niemand kann arbeiten.“. Mit diesen Worten verließ Herr Schneider die Gruppe und ging zufrieden wieder in seine Werkstatt um Kaffee zu trinken.



Sprache hören, Charakter verstehen.

Vor ein paar Stunden saß ich mit einer Frau, die bislang nur Englisch und noch kein Deutsch versteht, auf einem Bänkchen am Waldrand. Wir haben Zigaretten geraucht und ein Bierchen getrunken. Sie hat mir erzählt, dass sie manchmal einfach nur da sitzt und die Deutschen beobachtet, da sie ja ohnehin  nichts versteht und sich deshalb nach einer gewissen Zeit nicht mehr auf die Sprache konzentriert. Sie sagte, sie habe viel über den Charakter der Menschen gelernt, aber sie habe sich auch schon oft in Ihnen geirrt.

„Wahrscheinlich würde ich dich auch ganz anders wahrnehmen, wenn ich dich in deiner Muttersprache hören und verstehen könnte.“, war mein Einwand dazu; „Und wahrscheinlich wirst du mich ganz anders wahrnehmen, wenn du Deutsch gelernt hast.“. Sie gab mir zu dieser Feststellung recht. Wittgenstein würde sich wahrscheinlich im Grab umdrehen und gähnen…

Dadurch kamen wir auf die Idee, dass Sprache und Sprachgebrauch ja auch bei zwei gleichsprachigen Menschen unterschiedlich sein können. So zum Beispiel, wenn ich mit jüngeren Menschen spreche, die sich „liken“ oder „adden“. Aber auch die Bewertung von Worten kann ganz unterschiedlich ausfallen. Das Wort „Hippie“ ist bei mir positiv belegt, wohingegen andere das Wort mit einer abfälligen Bedeutung in Verbindung bringen. Gutmeinende Weltverbesserer – gammelnde Utopisten.

Unter dem Wort „cool“ verstehe ich nicht nur, dass etwas toll ist, sondern auch, dass etwas kalt ist oder locker ist: cool sein – cool wirken – cool bleiben. Jeder Mensch hat sein subjektiv geprägtes Vokabular und verbindet unterschiedliche subjektive Eindrücke mit ein und denselben Wörtern. Das subjektive Vokabular kann geprägt sein durch regionale, familiäre oder gruppenspezifische Unterschiede, Bildungsstand, Fachsprache, Erlebnisse…

Deshalb ist zuhören auch so wichtig. Genauso wie die Nachfrage, wenn man der Meinung ist, etwas nicht richtig verstanden zu haben. Wenn man versteht, wie etwas gemeint ist, entfallen Zweifel und Missverständnisse. Ich persönlich gehöre zu den Menschen, die verstanden werden wollen, damit Unklarheiten aus dem Weg geräumt sind. Deshalb erkläre ich mich oft sehr umständlich und langwierig, um dann zum simplen Fazit zurück zu kehren. Ich denke, dass haben jetzt alle bemerkt…

Da ich einen schwierigen Charakter habe, bin ich meiner Meinung nach meinen Mitmenschen (m-m-n-m-m-n) dazu verpflichtet, mich klar auszudrücken, wenn es mir wichtig ist, dass sie meinen Charakter verstehen. Eventuell ist mein schwieriger Charakter auch eine Folge dieses Anliegens. Wer kennt mich schon besser, als ich mich selbst..?

Gute N8 Everybody!

P.S.: Be strong and true to yourself, so you will defeat your personal demons!



Mein Schwesterchen

Am Wochenende war ich mal wieder in einer alten Heimatstadt unterwegs. Ich traf mich mit guten alten Freunden in einer Kneipe und wir plauderten, tranken, kickerten und kicherten über die good old days. Nachdem wir all das getan hatten, entschieden wir uns, die nächste Location aufzusuchen, um gegen das verfassungswidrige Tanzverbot am Karfreitag zu verstoßen.

Ich huschte mehrmals über die Tanzfläche, wollte bei der seltsamen Musik aber nicht so richtig in Fahrt kommen. Während ich das Treiben also am Rande beobachtete, kam plötzlich eine gutaussehende Frau zu mir, umarmte mich und sagte: „Ich bin ein Fan von dir!“. Ich schaute sie verblüfft an, denn ich konnte sie einfach nicht einordnen. „Ich finde dich super, weil du immer so bist, wie du bist!“. Nach diesem Satz war ich echt erstaunt, zumal sie meinen Namen kannte, den ich hier natürlich ausspare.

„Ich fühle mich echt geschmeichelt und stell mich mal schnell da rüber ins Eck zum rot werden.“, war meine Antwort. Ich bin im Umgang mit Komplimenten sehr schlecht und ich wusste immer noch nicht, wie ich sie und ihre Worte einordnen sollte. Da kam eine Bekannte zu uns, die sich als gemeinsame Freundin entpuppte und erinnerte mich an die Geschichte, wie wir drei uns kennen lernten:

Ich war mal wieder on tour und meine Bewegungslust trieb mich in jene Absturzkneipe mit der unübersichtlichen Auffahrt, von der ich schon einmal berichtet habe. Aus den Lautsprechern schallte Reaggea-Musik und die freien Räume zwischen Theke, Toilette und Ausgang waren gefüllt mit tanzenden Party-People. Die meisten auf der Droge Alkohol, aber ein paar Mischkonsumenten waren auch dabei, denn die Augen gingen von ganz groß bis ganz klein. Natürlich fand ich mich sofort mitten auf dem Dancefloor und kreiste meine Hüften zu den kräftigen Rhythmen. Let it flow, swing it low!

Irgendwann muss auch ein Kamel zur Tränke und so kam auch ich denn an die Theke. Neben mir standen zwei Mädels und lächelten mich an. Da ich ja nichts Besseres zu tun hatte, startete ich das Gespräch. Kurze Zeit später drängelte sich so ein Zwei-Meter-Hüne an uns vorbei. Er gab mir kurz die Hand, da ich ihm schon mehrmals begegnet bin – diese Partytiere teilten sich schon einige Nächte den gleichen Tanzkäfig – und wendete sich dann zugleich den beiden Mädels zu.

Mir fiel auf, dass sein Selbstbewusstsein nicht seiner Körpergröße entsprach, denn seine Anmachsprüche waren erste Scheiße. So Zeug, was man Dorfischen zum Fasching auftischen kann, damit sie im Suff das Gefühl haben, begehrt zu sein. Ich war bedient und ging zurück auf den Dancefloor. Johnny T wäre stolz auf mich gewesen. So nach und nach wurde die Kneipe leerer, die Schatten auf der Tanzfläche kleiner und als mich das Licht direkt anstrahlte, entschied ich mich für ein weiteres Getränk.

An der Theke standen noch immer die beiden Mädels und der Riesentyp, dessen Anmache nun bereits handgreiflich wurde. Er begrabschte eine der beiden mit seinen großen Händen, schob seinen Oberschenkel gegen ihren Po und seine Hüfte gegen ihren Rücken. Sie war sichtlich bedrängt und ihr Gesichtsausdruck war alles andere als erfreut. Dennoch schien sie nicht den richtigen Dreh zu finden, um sich aus der misslichen Lage zu befreien.

Also ging ich zu ihr und sagte, „Hey Schwesterchen, alles ok?“. Nach diesem einleitenden Satz drehte ich mich zu dem Schrank und meinte, „Du Kollege, wie ich seh, gefällt dir meine Schwester. Ich hab sie heute mal mitgenommen, aber ich musste unserer Mom versprechen, dass ich auf sie aufpasse. Also du kannst ihr gerne sagen, dass sie dir gefällt, aber Fummeln geht nicht!“. Der Typ schaute mich mit großen Augen an und versprach mir, sich zurück zu nehmen, wobei er seine Hand wieder auf ihre Hüften legte. Ich packte die Hand, die so groß war wie mein Kopf und mich mit einem Schlag zu Bob Marley hätte schicken können. „Hey Kollege, ich mein’s ernst! Can’t touch this!“. Wenn man schon damit angefangen hat, muss man es eben auch zu Ende bringen. In der Zwischenzeit kam mein Getränk und ich war zufrieden. Da der Hüne auf mich hörte, drehte ich mich wieder um und widmete mich den restlichen Klängen der Musik.

Aber kaum drehte ich mich wieder – im Schwung einer Drehung – zur Theke, konnte ich sehen, wie der Riese wieder Hand anlegte. Ich ging zurück, quetschte meinen kleinen Körper zwischen die Hohlräume, die er noch frei lies, bevor er sie ganz besprungen hätte, schaute sie an und sagte, „Komm Schwesterchen, lass uns gehen.“. Sie war natürlich sofort dabei. Ihre Freundin ebenso. Und zum Glück war sie mit dem Auto da und konnte tatsächlich auch noch fahren.

Leider ließ sie mich nur einen halben Kilometer später wieder raus. Vermutlich war jegliche männliche Anwesenheit zu viel für sie an diesem Abend. Ich vernahm noch ein kurzes Dankeschön und dann nur noch die Musik aus meinem MP3-Spieler, die mich auf meinem anderthalbstündigen Heimweg begleitete.

Nachdem mir die Geschichte also wieder einfiel, konnte ich das Mädel wieder einordnen. Warum sie mich so toll fand, wurde mir dann auch klar. Und wie als hätte sie noch ein schlechtes Gewissen, gab sie mir einen Kuss auf die Wange und sagte nochmals, dass sie ein Fan von mir sei. Manchmal reicht das schon aus und so bedankte ich mich nur und ging den Abend alleine zu Ende genießen.

Das schöne ist, dass mir in letzter Zeit wieder öfter solche Begegnungen passieren. Erst vor einer Woche wurde ich von einer Frau umarmt und links und rechts abgeknutscht, die anscheinend nur wegen mir die Kraft fand, in einer fremden Stadt Fuß zu fassen. Eine Ex, die sich aus dem fernen Italien meldete, und mir Hilfe bei der Trauerbewältigung anbot. Eine andere Frau, die sich ebenso plötzlich nach Jahren wieder meldete und mich zu ihr einlud. Und noch eine Frau, die mir Dankte, weil ich ihr geholfen hatte. Eine gute alte Freundin, die sich entschuldigte, weil sie mich mal blöd in der Öffentlichkeit gedisst hatte – schon längst vergessen.

Es ist schön, wenn man weiß, dass man alles in allem positiv in den Köpfen anderer Menschen hängen bleibt und dass man zu denen gehört, denen man ohne Scham Danke oder Entschuldigung sagen kann. Ich bin Bushidos Plattenlabel!